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Veröffentlichungen der GfbG zusammengestellt von Harald Lönnecker PDF-Dokument |
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200 Jahre burschenschaftliche Geschichtsforschung – 100 Jahre GfbG – Bilanz und Würdigung von Helma Brunck, Günter Cerwinka, Stefan Gerber, Peter Kaupp, Wolfgang Klötzer und Harald Lönnecker, Koblenz 2009 PDF-Dokument |
Plötzlich und unerwartet verstarb im Juli 2022 der Historiker und Archivar Prof. Dr. Dr. Harald Lönnecker. Ihm zum ehrenden Gedächtnis widmet die Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung den 24. Band der Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im 19. und 20. Jahrhundert. So verwundert es nicht, dass dieser Gedenkband unter dem Wahlspruch von Harald Lönneckers Stammbündern, den Burschenschaften Normannia-Leipzig zu Marburg und Normannia-Leipzig, „Wahrheit, Muth und Kraft!“, steht und dass im ersten Teil des Buches persönliche Worte von Wegbegleitern Harald Lönneckers im Mittelpunkt stehen, die an den Menschen und Bundesbruder Harald Lönnecker erinnern.
Die 17 wissenschaftlichen Beiträge im zweiten Teil befassen sich mit der facettenreichen Geschichte der Burschenschaften und Universitäten von 1816 bis in die 1960er Jahre. Einige der umfangreichen Ausarbeitungen befassen sich mit lokaler Korporationsgeschichte bzw. mit Ereignissen im studentischen Leben in den Hochschulorten Würzburg, Leipzig, Marburg, Regensburg und Breslau. Auch österreich wird in zwei Beiträgen zur Einführung des allgemeinen Wahlrechts in österreich und zum Einsatz der Studenten im Abwehrkampf 1918–1920 in Kärnten berücksichtigt.
Der frühen Burschenschaftsgeschichte widmet sich der Leiter des Universitätsarchivs Jena, Privatdozent Dr. Stefan Gerber. Er beleuchtet ein tragisches Fährunglück des Jahres 1829, das sich auf den zweiten Blick als geheimes Treffen führender Vertreter der verbotenen Burschenschaft herausstellt.
Einen überblick über die Entwicklung der Würzburger Burschenschaften im langen 19. Jahrhundert gibt Prof. Dr. Matthias Stickler, der Leiter des Würzburger Instituts für Hochschulkunde. Er kommt zu dem Ergebnis, dass die nationalliberalen und demokratisch-revolutionären Traditionen der Burschenschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend zu Lasten der korporativ-waffenstudentischen Traditionen zurückgegangen seien. Im Kaiserreich näherten sie sich den Corps an und seien ein Teil des akademischen Establishments geworden – ein Befund, den auch Dr. Franz Egon Rode, der Leiter von Archiv und Bücherei der deutschen Burschenschaften in seiner Fallstudie über die Ausbreitung des Antisemitismus in den Burschenschaften des Kaiserreichs bestätigt. Er widmet sich dem Konflikt zwischen der Burschenschaft Hevellia-Berlin und Richard Dehmel, der nach seinem Ausschluss zu einem bekannten deutschen Großschriftsteller avancieren sollte. Im Ergebnis hätten bei der Etablierung des Antisemitismus in den Burschenschaften weniger rassenantisemitische überzeugungen, sondern vielmehr Statusängste in einer zunehmend antisemitisch geprägten Studentenschaft die entscheidende Rolle gespielt.
Den positiven Integrationsmomenten des Kaiserreichs widmet sich hingegen Dr. Jens Blecher, der Direktor des Leipziger Universitätsarchivs. Er befasst sich mit der Frage, inwieweit die Reichseinigung zu einem Mentalitätswandel bei den Leipziger Studenten hinsichtlich der nationalen Zugehörigkeit geführt habe. Anhand der Matrikelbücher der Universität Leipzig weist er nach, dass sich nach 1870 die nichtsächsischen Studenten zunehmend weniger als Ausländer an der Leipziger Universität, sondern als gleichberechtigte Inländer in einem deutschen Bundesstaat angesehen haben, was für die Etablierung eines integrativen Nationalbewusstseins spreche.
Prosopographische Arbeiten, für die Harald Lönnecker eine besondere Vorliebe hegte, stellen die Freiburger Burschenschafterlisten von 1816 bis 1849 und die des „Progresses“ in Berlin von 1835 bis 1850 dar. Weitere Beiträge setzen sich mit der Bedeutung des Antisemitismus in den Burschenschaften des Kaiserreichs auseinander, beschreiben die Rolle der Alten Herren zwischen 1918 und 1945 sowie von Burschenschaftern in der NS-Zeit, sowohl als Täter als auch im Widerstand.
Der weitgefächerte Themenkreis des Buches umfasst auch das Studentenleben in der aus der Marburger Burschenschaft Rheinfranken hervorgegangenen Kameradschaft „Ritter von Schönerer“, weiterhin einen Ehrenstreit in Ost-Oberschlesien, die Rolle der Religion im öffentlichen Leben aus sozial-ethischer Betrachtung und die Entwicklung von Goethes Trinklied „Ergo bibamus“.
Im dritten Teil des Buches erfährt es eine Abrundung mit dem Lebenslauf und dem Werksverzeichnis des Verstorbenen.
Der nun vorgelegte 24. Band der Darstellungen und Quellen ist ein „bunter Strauß“ an Arbeiten, die Harald Lönnecker zum Teil noch selbst angeregt hatte und dessen Vielfalt Lönneckers breitgefächertem studentenhistorischen Forschungsspektrum entspricht. Der Ladenpreis der 834 Seiten umfassenden Gedenkschrift beträgt 68 €. Mitglieder der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung können das Buch zum Vorzugspreis von 34 € über das Kontaktformular bestellen.
Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V. (GfbG)
ISBN: 3-8253-1118-X
Das biographische Lexikon der Deutschen Burschenschaft möchte durch die alphabetische Aneinanderreihung der im 19. und 20. Jahrhundert politisch in führender Stellung tätigen Burschenschafter einen historischen Beitrag zum Verständnis der Vergangenheit leisten, indem es ohne Wertung die Lebensschicksale in den Kreisen der burschenschaftlichen Persönlichkeiten einbezieht. Wer die Abschnitte über die Persönlichkeiten liest, erhält einen Einblick in die gerade für uns heutige hochinteressanten Lebensläufe bedeutender Männer, aus denen ihre großen Leistungen deutlich werden. Das Attribut „politisch“ wird in einem sehr weit gefaßten Sinn verstanden.
Mit Biographien gewürdigt werden beispielsweise Persönlichkeiten, die an der Gründung der Deutschen Burschenschaft beteiligt waren und in der Geschichte des Verbandes bis in die Gegenwart hinein Verantwortung getragen haben, die in Landes- und Bundesparlamenten (so etwa in der Frankfurter Nationalversammlung), in Regierungen, Parlamenten, Parteien und großen Verbänden sowie in der Verwaltung von Ländern und Kommunen führend tätig waren oder aber sich für die deutsche Sprache und Kultur eingesetzt haben.
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Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Teilband 9: Nachträge (zuletzt aktualisiert am 01.09.2025) PDF-Dokument |
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Verzeichnis der im „Biographischen Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker“ genannten Namen PDF-Dokument |
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Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band I: Politiker, Sammlung weiterer Nachträge (zuletzt aktualisiert am 22.07.2025) PDF-Dokument |
Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V. (GfbG)
ISBN: 978-3-8253-6813-5
Seit dem Jahre 1815 haben sich Burschenschafter nicht nur als Politiker, sondern auch als Künstler um das Gemeinwesen verdient gemacht. Dieser Band bietet eine Auswahl von Kurzbiographien verstorbener Persönlichkeiten, die zeitlebens oder zumindest in ihrer Studentenzeit Mitglied einer Burschenschaft im deutschsprachigen Raum waren und im weiteren Sinn als Künstler hervorgetreten sind.
Dazu gehören Dichter, Schriftsteller, Komponisten, Musiker, Sänger, Dirigenten, Maler, Bildhauer, Architekten und Schauspieler, aber auch Literatur-, Kunst- und Musikwissenschaftler. Die knapp gefassten Texte umfassen auch ein Werk- und Literaturverzeichnis. Der Band wird durch ein detailliertes Personenregister und ein Verzeichnis der verwendeten Literatur ergänzt.
Das biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft kann entweder im Buchhandel oder direkt bei der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V. (GfbG) bestellt werden (Mitglieder der GfbG erhalten einen Vorzugspreis). Zur Kontaktseite
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Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft, Band II: Künstler, Sammlung von Nachträgen (zuletzt aktualisiert am 22.12.2025) PDF-Dokument |
Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V. (GfbG)
Diese Publikation, herausgegeben von der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V., mit dem Thema „Bekannte Burschenschafter auf Briefmarken“ informiert auf vier Seiten über namhafte Burschenschafter der letzten 200 Jahre, die auf nationalen und internationalen Postwertzeichen abgedruckt wurden.
Die „Bekannten Burschenschafter auf Briefmarken“ können direkt bei der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e.V. (GfbG) bestellt werden (Mitglieder der GfbG erhalten einen Vorzugspreis). Zur Kontaktseite