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die Geschichte der Burschenschaften

Seit 1909 forschen und publizieren wir zur
Geschichte der deutschen Demokratie- und Einheitsbewegung

Die Burschenschaft in der Demokratie- und Einheitsbewegung

Die am 12. Juni 1815 gegründete Urburschenschaft verstand sich als studentische Protestbewegung gegen die auf dem Wiener Kongress beschlossene restaurative Neuordnung Deutschlands und Europas. Ihr zentrales Ziel war die nationale Einheit Deutschlands in einem demokratischen Rechtsstaat. Dieser sich auch im burschenschaftlichen Wahlspruch „Ehre, Freiheit, Vaterland“ widerspiegelnde gesellschaftspolitische Gestaltungsanspruch unterschied die Burschenschaften von den übrigen Korporationen und verankerte sie weit über den studentischen Einflussbereich hinaus im öffentlichen Bewusstsein. Noch heute werden daher häufig in der weiteren Öffentlichkeit Burschenschaft und Korporation gleichgesetzt.

Nach den Karlsbader Beschlüssen im Jahr 1819 waren die Burschenschaften schwersten staatlichen Repressionen ausgesetzt. Dennoch lebten ihre Ideale weiter und erreichten immer weitere Teile der Bevölkerung. Die Geschichte der Burschenschaften ist aufs Engste mit der bürgerlichen Nationalbewegung verknüpft, denn aus den Reihen der Burschenschaften rekrutierten sich deren Führungspersönlichkeiten. Es ist kein Zufall, dass die burschenschaftlichen Farben schwarz-rot-gold zum Symbol der demokratischen Nationalbewegung und zu unserer heutigen Nationalflagge geworden sind.

Wie wie die deutsche Geschichte ist die burschenschaftliche Geschichte aber nicht frei von Irrwegen: Im deutschen Kaiserreich wurde der politische Gestaltungsanspruch zunehmend zugunsten des korporativen Elements hintangestellt, in der Weimarer Republik wurden Nation und Volk zulasten der demokratischen Grundsätze überbewertet, was die Burschenschafter anfällig für die Ideologie des Nationalsozialismus machte.

Letztlich ist die Geschichte der Burschenschaften mit ihren Licht- und Schattenseiten auch eine Geschichte des deutschen Bildungsbürgertums. Die wissenschaftliche Aufarbeitung dieser facettenreichen Geschichte hat sich die Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung (GfbG) zum Ziel gesetzt.