Archiv und Bücherei der deutschen Burschenschaften

Willkommen beim Archiv und der Bücherei der deutschen Burschenschaften

Das Archiv der deutschen Burschenschaften zählt mit einem Bestand von rund 800 Regalmetern zu den größten studentenhistorischen Archiven im deutschsprachigen Raum. Es wurde im späten 19. Jahrhundert gegründet und bewahrt eine Vielzahl von Quellen, die einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Burschenschaften ermöglichen.

Die Sammlung beginnt mit Dokumenten zur burschenschaftlichen Vor- und Frühgeschichte ab dem Jahr 1726. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der 1815 gegründeten Urburschenschaft und deren staatlicher Unterdrückung. Darüber hinaus umfasst das Archiv Unterlagen zu sämtlichen aus der Urburschenschaft hervorgegangenen Burschenschaften des deutschsprachigen Raums. Schließlich finden sich im Archiv auch Materialien zu den ab den 1850er Jahren entstandenen burschenschaftlichen Kartellen und Verbänden.

Dazu zählen vornehmlich die Akten der Deutschen Burschenschaft sowie der mit ihr fusionierten burschenschaftlichen Verbände wie der Rüdesheimer Verband technischer Burschenschaften, die Burschenschaft der Ostmark und der Allgemeine Deutsche Hochschulbund. Schließlich finden sich auch wesentliche Dokumente zur im Jahr 1996 aus der Deutschen Burschenschaft hervorgegangenen Neuen Deutschen Burschenschaft sowie zur im Jahr 2016 gegründeten Allgemeinen Deutschen Burschenschaft, wobei diese Bestände noch der archivischen Sperrfrist unterliegen. Des Weiteren umfasst es die Archivalien weiterer burschenschaftlicher Zusammenschlüsse, so etwa der Vereinigung Alter Burschenschafter oder der Akademischen Fliegerabteilung, ebenso wie die Nachlässe bekannter Burschenschafter. Durch diese breite Quellenbasis bietet das Archiv einen einzigartigen Zugang zur studentischen Geschichte und zur Entwicklung der Burschenschaften im deutschsprachigen Raum.

Die Bücherei beinhaltet als zweite, große Abteilung des Archivs mit etwa 10.000 Medieneinheiten nicht nur Publikationen zur allgemeinen Studenten- und Hochschulgeschichte, sondern auch die Progreßbibliothek der Burschenschaft Arminia auf dem Burgkeller-Jena sowie häufig nur in Kleinstauflage gedruckte, unveröffentlichte Publikationen einzelner Korporationen aus dem Bereich der sogenannten „grauen Literatur“. In der dritten Abteilung werden burschenschaftliche Realien verwahrt – dazu gehören vornehmlich Bilder, Bänder, Mützen, Pekeschen, Pfeifenköpfe und Trinkgefäße. Diese Abteilung erlitt im Zuge der Plünderungen nach dem Zweiten Weltkrieg erhebliche Schäden und Verluste.

Nach dem im Jahr 2024 erfolgten Auszug aus dem Bundesarchiv sind Archiv und Bücherei nur noch sehr eingeschränkt zugänglich. Die Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung hat es sich daher zur Aufgabe gemacht, ausgehend von der burschenschaftlichen Frühgeschichte sämtliche Archivalien in den kommenden Jahren zu digitalisieren, um sie so der interessierten Öffentlichkeit und der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Das Digitalisierungsprojekt wird ausschließlich aus den Mitteln unserer Gesellschaft finanziert. Sofern Sie uns bei diesem Großprojekt mit einer Spende unterstützen möchten, können Sie das gerne tun. Falls Sie uns dauerhaft fördern möchten, so können Sie gerne unserer Gesellschaft beitreten.

Dr. Franz Egon Rode
Leiter von Archiv und Bücherei der deutschen Burschenschaften

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