Archiv und Bücherei der deutschen Burschenschaften

Wegbereiter, Förderer, Gründer und bekannte Mitglieder der Burschenschaften

Die Burschenschaften haben ihren Ursprung in der am 12. Juni 1815 in Jena gegründeten Burschenschaft, der sogenannten „Urburschenschaft“. Ihr Ziel war es, die nationale Einheit aller Deutschen zu erlangen und die Befreiung von obrigkeitsstaatlichem Regiment zu erreichen. Im Laufe der burschenschaftlichen Geschichte gilt es zahlreiche Burschenschafter zu nennen, die nachstehend in einer umfassenden Übersicht dargestellt werden sollen.

In dieser Übersicht werden die geistigen Wegbereiter, die liberalen Förderer sowie die Gründer der Burschenschaft vorgestellt. Zusätzlich bietet diese detaillierte und bislang einmalige Übersicht weitere bekannte Burschenschafter; hierzu zählen Parlamentarier, Politiker, Verwaltungsbeamte, Mediziner, Naturwissenschaftler, Erfinder, Ingenieure, Unternehmer, Geographen, Forschungsreisende, Dichter, Schriftsteller, Publizisten, Historiker, Politikwissenschaftler, Literaturwissenschaftler, Philologen, Pädagogen, Philosophen, Theologen, Nationalökonomen, Juristen, Soziologen, Künstler, Sportler sowie Burschenschafter aus dem Militär und dem deutschen Widerstand.

Text und Bilder: Peter Kaupp und Helge Dvorak

Geistige Wegbereiter

Ernst Moritz Arndt Ernst Moritz Arndt (1769-1860),
antinapoleonischer patriotischer Schriftsteller („Geist der Zeit“, 1806-1818), 1812-1815 Privatsekretär des Freiherrn vom Stein; 1818 Professor der Geschichte in Bonn, 1820 amtsenthoben und erst 1840 wiedereingesetzt; 1848/49 Paulskirchenabgeordneter. Die 1. Strophe seines Liedes „Was ist des Deutschen Vaterland?“ steht am Anfang der urburschenschaftlichen Verfassung vom 12. Juni 1815.
Johann Gottlieb Fichte Johann Gottlieb Fichte (1762-1814),
Philosoph, 1794 Professor in Jena, 1805 in Erlangen, Anhänger der Französischen Revolution und Gegner Napoleons, im von den Franzosen besetzten Berlin mit seinen „Reden an die deutsche Nation“ (1808/09) großer Einfluß auf die entstehende Burschenschaft, 1811 erster gewählter Rektor der Berliner Universität.
Karl Friedrich Friesen Karl Friedrich Friesen (1785-1814),
Mathematiker, Architekt, Kartograph, Turnpädagoge; seit 1810 mit Friedrich Ludwig Jahn Lehrer am Plaumannschen Institut in Berlin und dessen Mitarbeiter auf dem Turnplatz in der Hasenheide; 1811 mit Jahn Verfasser einer „Ordnung und Einrichtung der Burschenschaft“, fiel 1814 als Lützows Adjutant.
Friedrich Ludwig Jahn Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852),
Turnpädagoge („Die Deutsche Turnkunst“ 1816, mit Ernst Eiselen), Gründer der deutschen Turnbewegung („Turnvater J.“) und Politiker; entwarf bereits 1811 mit Friedrich Friesen eine „Ordnung und Einrichtung der Burschenschaft“, die 1815 bei Ausarbeitung der Jenaer Burschenschaftsverfassung herangezogen wurde; 1848/49 Paulskirchenabgeordneter.
Theodor Körner Theodor Körner (1791-1813),
Schriftsteller, schloss sich 1813 dem Lützowschen Freikorps an. Seine patriotischen Gedichte und Lieder (1814 von seinem Vater unter dem Titel „Leyer und Schwert“ herausgegeben) hatten auf die frühe Burschenschaft großen Einfluss.
Henrik Steffens Henrik (Heinrich) Steffens (1773-1845),
Naturphilosoph und Schriftsteller, 1804 Professor für Naturphilosophie und Mineralogie in Halle, 1811 für Physik in Breslau; bekannt mit F. W. J. Schelling, Goethe und A. W. von Schlegel; 1813 Teilnehmer an den Befreiungskriegen, großer Einfluss auf die entstehende Breslauer Burschenschaft.

Liberale Förderer

Jakob Friedrich Fries Jakob Friedrich Fries (1773-1843),
Schüler Fichtes; ab 1805 Professor der Philosophie (zeitweise auch der Mathematik und Physik) in Jena, 1819-1824 als liberaler Förderer der Burschenschaft (Teilnehmer am Wartburgfest 1817) amtsenthoben.
Karl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach Großherzog Karl-August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828),
Freund Goethes, Förderer der frühen Burschenschaft und des Wartburgfestes 1817, bis er 1819 auf Druck der Großmächte die Burschenschaft verbieten musste; führte als einer der ersten deutschen Fürsten 1816 eine landständische Verfassung ein.
Dietrich Georg von Kieser Dietrich Georg von Kieser (1779-1862),
seit 1812 Professor der Medizin in Jena, liberaler Förderer der Burschenschaft, Teilnehmer am Wartburgfest 1817, veröffentlichte 1818 „Das Wartburgfest am 18. Oktober 1817 ...“ , 1831-1848 Vertreter der Universität Jena im Weimarer Landtag.
Heinrich Luden Heinrich Luden (1778-1847),
seit 1806 Professor der Geschichte in Jena, liberaler Förderer der Burschenschaft, Teilnehmer am Wartburgfest 1817, 1820-1832 Universitätsvertreter in den Landständen des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.
Lorenz Oken Lorenz Oken (1779-1851),
Mediziner, Naturforscher und Philosoph, 1807-1819 Professor der Medizin und Pharmazie in Jena, liberaler Förderer der Burschenschaft, Teilnehmer am Wartburgfest 1817, seit 1816 Herausgeber der Zeitschrift „Isis“, 1828 Professor in München, 1832 in Zürich (erster Rektor).
Christian Wilhelm Schweitzer Christian Wilhelm Schweitzer (1781-1856),
Jurist und Politiker, 1810-1818 Professor der Rechtwissenschaften in Jena, liberaler Förderer der Burschenschaft, Teilnehmer am Wartburgfest 1817, 1842-1848 Staatsminister von Sachsen-Weimar-Eisenach.

Gründer der Burschenschaft

Karl Otto Horn Karl Otto Horn (1794-1879),
1815 Mitbegründer der Burschenschaft, 1813 Oberjäger im Lützowschen Freikorps, letzter Senior der Landsmannschaft Vandalia, erster Sprecher der Jenaischen Burschenschaft, ab 1819 Lehrer und Prorektor am Gymnasium in Friedland/Mecklenburg; dort - wie Riemann - Lehrer von Fritz Reuter; 1826-1874 Pfarrer in Badresch/Mecklenburg.
Heinrich Herrmann Riemann Heinrich Herrmann Riemann (1793-1872),
1813 Mitglied des Lützowschen Freikorps, 1815 Mitbegründer der Burschenschaft, zuvor Mitglied der Landsmannschaft Vandalia, Festredner auf dem Wartburgfest 1817, Mitverfasser der „Grundsätze und Beschlüsse des 18. Octobers ...“; 1828-1835 Lehrer am Gymnasium, 1835-1852 Pastor in Friedland, 1848-1849 mecklenburgischer Landtagsabgeordneter.
Karl Hermann Scheidler Karl Hermann Scheidler (1795-1866),
1813 Mitglied des Lützowschen Freikorps, 1815 Mitbegründer der Burschenschaft, zuvor Mitglied und Senior der Landsmannschaft Thuringia; 1817 mit dem Burschenschwert Anführer des Burschenzuges zur Wartburg, ab 1826 Professor der Philosophie in Jena; kämpfte für die Einschränkung des Duells, 1847 einer der Hauptförderer der Progreßbewegung in Jena.

Bekannte Burschenschafter

Die uns heute vertraute lebenslange Mitgliedschaft in einer studentischen Korporation gibt es erst seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Einige der im folgenden genannten Verstorbenen zählten nur kurzfristig zu einer Burschenschaft (z.B. Lenau oder Lorenz von Stein), andere sind früh (z.B. Heine) oder erst in späteren Jahren (z.B. Max Weber oder Höpker-Aschoff) wieder ausgetreten bzw. erst im fortgeschrittenen Alter Ehrenmitglieder geworden (z.B. Esau, Jelusich, Rollett, Schuselka und Uhland). Bei manchen ist eine formale Zugehörigkeit zur Burschenschaft nicht genau nachweisbar (z.B. Franz Schubert), andere können auch als Corpsstudenten angesehen werden (z.B. Hecker, Jacoby oder von Simson); die Abgrenzungen waren früher fließender als heute.

Text und Bilder: Peter Kaupp und Helge Dvorak

Parlamentarier, Politiker, Verwaltungsbeamte

Franz Adickes Franz Adickes (1846-1915),
1883-1890 Oberbörgermeister von Altona, 1891-1912 von Frankfurt a. M., 1914 Mitbegründer der Frankfurter Universität, große sozialpolitische Verdienste, lebenslanges Mitglied des Preußischen Herrenhauses.
Victor Adler Victor Adler (1852-1918),
Arzt, 1882 mitbeteiligt an der Verfassung des national-sozialen „Linzer Programm“, seit 1889 Führer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreichs, seit 1905 Mitglied des Österreichischen Abgeordnetenhauses, 1889 Mitgründer der Zweiten Internationalen.
Robert Blum Robert Blum (1807-1848),
Politiker, Publizist, Autodidakt; Führer der demokratischen Linken („Deutscher Hof“) in der Paulkirche (einer der Vizepräsidenten); überbrachte 1848 den Revolutionären in Wien eine Solidaritätsadresse der Parlaments-Linken, aktive Beteiligung am Aufstand, in Wien zum Tode verurteilt und standrechtlich erschossen.
Rudolf Breitscheid Rudolf Breitscheid (1874-1944),
sozialdemokratischer Politiker, 1919/20 preußischer Innenminister, seit 1920 Reichstagsabgeordneter, 1926-1930 Mitglied der Völkerbundkommission, gestorben im KZ Buchenwald.
Eduard David Eduard David (1863-1930),
ursprünglich Gymnasiallehrer, führender SPD-Agrarpolitiker um die Jahrhundertwende, seit 1903 Reichstagsabgeordneter, 1919 erster Präsident der Weimarer Nationalversammlung, 1919-1920 mehrfach Reichsminister.
Hermann Dietrich Hermann Dietrich (1879-1954),
Politiker, 1918-1920 Minister des Auswärtigen in Baden, 1919-1933 Reichstagsabgeordneter, 1928-1930 Reichsernährungs-, 1930-1932 Reichsfinanzminister, 1930-1932 zugleich Vizekanzler.
Eduard David Franz Dinghofer (1873-1956),
österreichischer Politiker, 1918 Präsident der Provisorischen Nationalversammlung, in der ersten Republik Führer der Großdeutschen Volkspartei, 1926-1927 Vizekanzler, 1926-1928 Justizminister, 1928-1938 Präsident des Obersten Gerichtshofes.
Johann Gottfried Eisenmann Johann Gottfried Eisenmann (1795-1867),
Arzt und Politiker, politischer Publizist und medizinischer Schriftsteller, 1836 wegen Hochverrats und Majestätsbeleidigung lebenslänglich verurteilt, 1847 begnadigt, 1848-1849 Paulskirchenabgeordneter.
Heinrich von Gagern Heinrich von Gagern (1799-1880),
Politiker, 1818 Mitbegründer der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft, 1848 kurzfristig Ministerpräsident des liberalen hessen-darmstädtischen Märzministeriums, erster Präsident der Frankfurter Nationalversammlung.
Friedrich Hecker Friedrich Hecker (1811-1881),
Anwalt, Politiker, radikaldemokratischer Sprecher der liberalen Opposition im badischen Landtag, mit Gustav Struve Führer des blutig niedergeschlagenen Aufstands in Baden, emigrierte 1848 in die USA, dort Farmer und 1861 Oberst in der Nordstaatenarmee.
Theodor Herzl Theodor Herzl (1860-1904),
österreichischer Schriftsteller, mit seiner Schrift „Der Judenstaat“ (1896) Begründer des politischen Zionismus, 1897 erster Präsident der Zionistischen Weltunion.
Hermann Höcherl Hermann Höcherl (1912-1989),
Politiker (CSU), Jurist, 1961-1965 Bundesminister des Innern, 1965-1969 für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten; seit 1976 oft Vermittler in politischen Streitfragen und Vorsitzender von Untersuchungsausschüssen.
Hermann Höpker-Aschoff Hermann Höpker-Aschoff (1883-1954),
Politiker, 1925-1931 preußischer Finanzminister, 1948 Mitgründer der FDP, 1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates und (1949-1951) des Deutschen Bundestags, 1951-1954 (erster) Präsident des Bundesverfassungsgerichtes.
Werner Hofmeister Werner Hofmeister (1902-1984),
1947-1967 Abgeordneter des Niedersächsischen Landtags, 1949 als Mitglied des Parlamentarischen Rates Mitarbeit an der Schaffung des Grundgesetzes, 1947-1950 und 1957-1959 Niedersächsischer Justizminister, 1955-1957 Präsident des Niedersächsischen Landtags.
Johann Jacoby Johann Jacoby (1801-1877),
Arzt, Schriftsteller ("Vier Fragen, beantwortet von einem Ostpreußen", 1841); Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und (seit 1863) des preußischen Abgeordnetenhauses (jeweils äußerste Linke), publizistischer Wegbereiter der Judenemanzipation, 1872 Anschluss an die Sozialdemokratie.
Karl Jarres Karl Jarres (1874-1951),
1925-1933 Oberbürgermeister von Duisburg, 1923-1924 Reichsinnenminister (Deutsche Volkspartei); erhielt bei der Reichspräsidentenwahl 1925 im ersten Wahlgang die meisten Stimmen, verzichtete aber im zweiten Wahlgang zugunsten Hindenburgs.
Kurt Joël Kurt Joël (1865-1945),
Jurist, Beamter, 1917 Direktor im Reichsjustizamt, 1920-1931 Staatssekretär im Reichjustizministerium, 1931-1932 Reichsjustizminister im 2. Kabinett Brüning.
Ferdinand Lassalle Ferdinand Lassalle (1825-1864),
Publizist, Arbeiterführer, Mitarbeiter an der von Karl Marx herausgegebenen „Neuen Rheinischen Zeitung“ 1863 Gründer und erster Präsident des „Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins“, starb an den Folgen eines Duells.
Adolph Lette Adolph Lette (1799-1868),
Jurist, Landwirtschaftsexperte, Sozialpolitiker; Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung, des Preußischen Landtags und des Deutschen Reichstags; 1863 Gründer des bis heute bestehenden „Lette-Vereins“ zur Förderung der weiblichen Erwerbstätigkeit.
Wilhelm Liebknecht Wilhelm Liebknecht (1826-1900),
Vater von Karl L., Teilnehmer an der Revolution von 1848/49, enge Kontakte zu Karl Marx, mit August Bebel 1869 Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, Reichstagsabgeordneter, langjähriger Redakteur des „Vorwärts“.
Karl Mathy Karl Mathy (1807-1868),
Publizist und Politiker, seit 1842 Führer der Liberalen in der zweiten badischen Kammer, Paulskirchenabgeordneter, 1866 badischer Ministerpräsident, Verfasser zahlreicher politischer und ökonomischer Werke.
Otto Meißner Otto Meißner (1880-1953),
Jurist, 1920-1934 Leiter des Büros des Reichspräsidenten (seit 1923 als Staatssekretär), 1934-1945 Chef der Präsidialkanzlei (seit 1937 als Staatsminister), 1949 im Nürnberger „Wilhelmstraßenprozess“ freigesprochen.
Johannes Miquel Johannes (von) Miquel (1828-1901),
zunächst Mitglied des „Bundes der Kommunisten“ (Kontakte zu Karl Marx), später nationalliberal; 1865 Oberbürgermeister von Osnabrück, 1880 von Frankfurt a. M., Abgeordneter des preußischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichstags, 1890 preußischer Finanzminister.
Robert von Mohl Robert von Mohl (1799-1875),
1824-1840 Professor für Staatsrecht in Tübingen, seit 1847 in Heidelberg; Paulskirchenabgeordneter, zugleich 1848/49 Reichsjustizminister; 1861-1871 badischer Gesandter beim Deutschen Bund und in Bayern; 1874 Reichstagsabgeordneter; Wegbereiter des modernen Rechtsstaats.
Wilhelm Niklas Wilhelm Niklas (1887-1957),
Politiker (CSU), Dr.-Ing., Prof. Dr.-Ing. (1947), als Landwirtschaftsexperte Mitglied der Versailler Delegation, 1920 Ministerialrat im Reichsernährungsministerium, 1935 zwangspensioniert, Gründungsmitglied der CSU, 1949-1954 Bundeslandwirtschaftsminister.
Engelbert Pernerstorfer Engelbert Pernerstorfer (1850-1918),
österreichischer Publizist und Politiker, 1882 an der Abfassung des Linzer Programms der deutschnationalen Bewegung beteiligt, 1885-1897 und 1901-1918 Reichsratsabgeordneter, seit 1896 für die Sozialdemokraten; Mitbegründer der österreichischen Sozialdemokratie.
Karl Rodbertus von Jagetzow Karl Rodbertus von Jagetzow (1805-1875),
Nationalökonom, Politiker, 1848-1849 Abgeordneter der Preußischen Nationalversammlung (Führer des linken Zentrums), danach des Preußischen Abgeordnetenhauses, 1867 des Norddeutschen Reichstags; 1848/49 kurzfristig Kultusminister, Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus in Deutschland.
Georg Ritter von Schönerer Georg Ritter von Schönerer (1842-1921),
Ehrenmitglied, seit 1873 Mitglied des österreichischen Abgeordnetenhauses, seit 1879 Hauptführer der antiliberalen, antiklerikalen und antisemitischen deutschnationalen Bewegung, deren „Linzer Programm“ (1882) er maßgeblich prägte; starker Einfluß auf den jungen Hitler.
Carl Schurz Carl Schurz (1829-1906),
amerikanischer Politiker und Publizist deutscher Herkunft, 1848 Anschluss an die demokratische Bewegung, entkam aus Rastatt durch Flucht nach London, 1850 abenteuerliche Befreiung Gottfried Kinkels aus dessen Haft in Spandau, seit 1852 in den USA, dort 1861 Gesandter in Madrid, 1861-1863 Brigadegeneral im Bürgerkrieg, 1877-1881 Innenminister.
Eduard von Simson Eduard von Simson (1810-1899),
Jurist und Politiker, Mitglied (seit Dezember 1848 Präsident) der Frankfurter Nationalversammlung; Leiter der Abordnung, die Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone anbot; später Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstags; 1879-1891 erster Präsident des Reichsgerichts in Leipzig.
Friedrich Julius Stahl Friedrich Julius Stahl (bis 1824 Jolson-Uhlfelder) (1802-1861),
Rechtsphilosoph und Politiker, 1832 Professor in Würzburg, 1834 in Erlangen, seit 1840 in Berlin; dort als Staatsrechtler und Theoretiker des preußischen Konservatismus („Das monarchische Prinzip“, 1845) großer Einfluss auf die Politik Friedrich Wilhelms IV. und die preußische konservative Partei.
Karl Stingl Karl Stingl (1864-1936),
Dipl.-Ing., Dr.-Ing. h. c., 1912 Oberpostdirektor in Landshut, 1919 Ministerialdirektor der Postabteilung im Bayerischen Verkehrsministerium, 1920 Staatssekretär, 1922-1923 und 1925-1927 Reichspostminister.
Gustav Stresemann Gustav Stresemann (1878-1929),
Nationalökonom, Politiker; 1907-1912, 1914-1918 und 1920-1929 nationalliberaler Reichstagsabgeordneter, 1919-1920 der Nationalversammlung; 1923 Reichskanzler und Reichsaußenminister; erstrebte eine Verständigung mit Frankreich und eine Revision des Versailler Vertrags; mit Aristide Brian 1926 Friedensnobelpreis.
Gustav von Struve Gustav von Struve (1805-1870),
Rechtsanwalt, bekämpfte als radikaldemokratischer Publizist das vormärzliche Regierungssystem, 1848 mit Friedrich Hecker Leiter des Aprilaufstands in Baden, emigrierte 1849 in die Schweiz, 1851-1863 in die USA, 1862 US-Konsul bei den thüringischen Staaten.
Julius Sylvester Julius Sylvester (1854-1944),
Jurist, schon als Gymnasiast Anhänger Georg von Schönerers, 1882 Mitarbeit am alldeutschen „Linzer Programm“, 1897-1918 österreichischen Reichsratsabgeordneter, 1911 Präsident des österreichischen Abgeordnetenhauses, 1918-1919 Staatsnotar der Provisorischen österreichischen „Nationalversammlung“.
Emil Welti Emil Welti (1825-1899),
freisinniger Schweizer Politiker und Staatsmann, zwischen 1869 und 1891 mehrfach Schweizer Bundespräsident, politischer Wegbereiter und Vollender der Gotthard-Bahn, Mitschöpfer des Schweizer Bundesheeres, Vorkämpfer und Mitbegründer der modernen Verfassung der Schweiz als Bundesstaat; wegen seiner Verdienste und einer gewissen äußeren Ähnlichkeit auch „Bismarck der Schweiz“ genannt.
Karl Hermann Wolf Karl Hermann Wolf (1862-1941),
Redakteur und Herausgeber der „Ostdeutschen Rundschau“, 1897 als Mitglied der Alldeutschen Partei Schönerers österreichischer Reichsratsabgeordneter, nach dem Bruch mit Schönerer führend bei den Frei-Alldeutschen bzw. den Deutschradikalen.
Hans-Georg Wormit Hans-Georg Wormit (1912-1992),
Jurist, zunächst im Verwaltungsdienst von Staat und Wirtschaft, 1949-1956 Vertreter des Kultus- bzw. Innenministers in Kiel; 1962 erster Kurator, später erster Präsident der „Stiftung Preußischer Kulturbesitz“ in Berlin, als solcher u. a. Verdienste um die Neubauten der Museen für europäische Kunst und der Staatsbibliothek sowie den Beitritt aller Länder zur Stiftung.
Oskar Freiherr von Wydenbrugk Oskar Freiherr von Wydenbrugk (1815-1876),
Jurist, 1847-1854 Abgeordneter und Führer der liberalen Opposition im Sachsen-Weimarischen Landtag, 1848 und 1849 sachsen-weimarischer Minister, 1848-1849 Paulskirchenabgeordneter, umfangreiche journalistische und publizistische Tätigkeit.

Mediziner

Ludwig Aschoff Ludwig Aschoff (1866-1942),
bedeutendster Pathologe neben Virchow; 1903 Professor in Marburg, 1906 in Freiburg i. Br.; erforschte u. a. das Reizleitungssystem des Herzens, entwickelte die Lehre des retikuloendothelialen Systems und entdeckte 1904 die nach ihm benannten Rheumaknötchen im Herzmuskel; 1908/09 Mitgründer der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung
Erwin von Bälz Erwin von Bälz (1849-1913),
Arzt und Anthropologe; 1876 Professor für Innere Medizin an der Universität Tokyo, dort kaiserlicher Leibarzt und großer Einfluss auf die Entwicklung der Inneren Medizin, der medizinischen Lehre und der Anthropologie in Ostasien; seit 1904 in Stuttgart, 1907 erster Vorsitzender der Tropenmedizinischen Gesellschaft.
Karl Heinrich Bauer Karl Heinrich Bauer (1890-1978),
Krebsforscher, 1926 Professor der Chirurgie in Göttingen, 1933 in Heidelberg, seit 1943 in Heidelberg; dort maßgeblicher Anteil an der Gründung des von ihm auch geleiteten Deutschen Krebszentrums der Universität Heidelberg.
Hans Berger Hans Berger (1873-1941),
Neurologe und Psychiater, Entdecker des Elektroenzephalogramms (EEG); Annahme des Nobelpreises von den Nationalsozialisten verwehrt.
Hans Gerhard Creutzfeld Hans Gerhard Creutzfeld (1885-1964),
Neurologe, mit Alfons Jakob Entdecker der nach ihnen benannten chronisch-degenerativen Erkrankung des Nervensystems (Creutzfeld-Jakobsche Krankheit).
Johann Friedrich Dieffenbach Johann Friedrich Dieffenbach (1792-1847),
Studium der Theologie, nach Teilnahme an den Freiheitskriegen (1813/14) der Medizin; 1830 Arzt an der Berliner Charité, 1840 o. Professor und Nachfolger Karl Ferdinand Graefes als Direktor des dortigen kgl. Chirurgischen Klinikums; gilt als „Vater der plastischen Chirurgie“.
Friedrich von Esmarch Friedrich von (seit 1887) Esmarch (1823-1908),
Chirurg, ab 1857 Professor in Kiel, als Generalarzt der Reserve Teilnahme am Krieg 1870/71, bedeutende Beiträge zur Unfall- und Kriegschirurgie; entwickelte die Methode, durch Abbinden mit einer Gummibinde bei Operationen oder Blutungen die Gliedmaßen blutleer zu machen („Esmarch'sche Blutleere“).
Walter Flemming Walter Flemming (1843-1905),
Anatom, 1873 Professor in Prag, 1876-1901 in Kiel, grundlegende Arbeiten zur Zellteilung, verbesserte die histologischen Färbe- und Konservierungstechniken („Flemmingsche Lösung“).
Bernhard von Gudden Bernhard von (seit 1875) Gudden (1824-1886),
Psychiater, Miterstatter des Gutachtens über König Ludwig II. von Bayern (Diagnose: Paranoia), ertrank mit dem König unter ungeklärten Umständen im Starnberger See.
Richard Freiherr von Krafft-Ebing Richard Freiherr von Krafft-Ebing (1840-1902),
Psychiater, Professor in Straßburg, Graz und Wien, grundlegende Forschungen auf dem Gebiet der Sexualpathologie („Psychopathia sexualis“, 1886) und der Kriminalpsychologie.
Ludolf von Krehl Ludolf von (seit 1904) Krehl (1861-1937),
Internist, Professor in Jena, Marburg, Greifswald, Göttingen, Straßburg und Heidelberg, umfassende physiologische und pathologische Arbeiten auf den Gebiet des Blutkreislaufs und der Wärmeregulation.
Otto Loewi Otto Loewi (1873-1961),
deutsch-amerikanischer Physiologe und Pharmakologe, seit 1909 Professor in Graz, ab 1939 am University College of Medicine in New York, arbeitete vor allem über das vegetative Nervensystem, erhielt 1936 mit Sir Henry Dale den Nobelpreis für Medizin.
Otto Lubarsch Otto Lubarsch (1860-1933),
Pathologe, Schüler von Ernst Haeckel und Rudolf Virchow, a. o. Professor 1894 in Rostock und 1899 in Posen, 1913 Ordinarius in Kiel, 1917 in Berlin; Forschungen und Publikationen in nahezu allen Bereichen der allgemeinen und speziellen Pathologie; 1891 Mitgründer des Alldeutschen Verbandes.
Johannes Müller Johannes Müller (1801-1858),
1826 Professor der Medizin in Bonn, 1833 in Berlin, universaler Forscher auf den Gebieten der Anatomie, Embryologie und Physiologie; vollzog den Wandel von der naturphilosophisch orientierten zur modernen, naturwissenschaftlich fundierten Medizin und gilt als Begründer der neuzeitlichen Physiologie.
Theodor Schwann Theodor Schwann (1810-1882),
Arzt und Naturforscher, ab 1839 Professor in Löwen, ab 1848 in Lüttich, entwickelte mit Matthias Jakob Schleiden die Zellenlehre („Schwann-Zelle“) und entdeckte 1836 das Pepsin.
Karl Vogt Karl Vogt (1817-1895),
Mediziner, Naturforscher, 1847-1849 Professor der Zoologie in Gießen, 1852-1895 der Geologie (seit 1872 auch der Paläontologie, Zoologie und vergleichenden Anatomie); Paulskirchenabgeordneter, 1878-1881 Schweizer Nationalrat; Vorkämpfer des Materialismus und überzeugter Anhänger Darwins („Affen-Vogt“).
Oskar Vogt Oskar Vogt (1870-1959),
Neurologe, ab 1913 Professor in Berlin, 1937 Gründer und Leiter des Instituts für Hirnforschung in Neustadt/Schwarzwald, Arbeiten (meist mit seiner Frau Cécile) über Hirnforschung, Psychiatrie, Hypnose und Hirnpathologie, sezierte 1924 das Gehirn Lenins.

Naturwissenschaftler

Jean Louis Rodolphe Agassiz Jean Louis Rodolphe Agassiz (1807-1873),
schweizerisch-amerikanischer Zoologe, Palöontologe, Geologe und Eiszeitforscher; seit 1846 in den USA, gründete 1860 in Cambridge das erste amerikanische Museum für vergleichende Zoologie, entschiedener Gegner des Darwinismus.
Friedrich Wilhelm Argelander Friedrich Wilhelm Argelander (1799-1875),
Astronom in Königsberg, Abo, Helsingfors und seit 1837 in Bonn; große Verdienste um die Erforschung der Position, Helligkeit und Eigenbewegung von Fixsternen; veröffentlichte 1843 seinen Atlas der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne („Uranometria nova“).
Carl Bosch Carl Bosch (1874-1940),
Chemiker, Ingenieur, Industrieller; 1919 Vorstandsvorsitzender der BASF, 1925 der IG Farbenindustrie; entwickelte 1908-1913 mit Alwin Mittasch die großtechnische Herstellung von Ammoniak, erhielt 1931 mit Friedrich Bergius den Nobelpreis für Chemie.
Adolf Bückmann Adolf Bückmann (1900-1993),
bedeutendster deutscher Meeresbiologe; 1923-1945 an der Biologischen Anstalt Helgoland und Direktor des Hamburger Instituts für Walforschung, 1948-1953 Leiter des Max-Planck-Instituts für Meeresbiologie in Wilhelmshaven, 1953 Vorsitzender der Deutschen wissenschaftlichen Kommission für Meeresforschung, Direktor der Biologischen Anstalt Helgoland und Professor für Hydrobiologie und der Fischereiwissenschaft an der Universität Hamburg.
Moritz Benedikt Cantor Moritz Benedikt Cantor (1829-1920),
Mathematiker und Mathematikhistoriker, 1863-1913 Professor in Heidelberg, erster Professor für Geschichte der Mathematik („Vorlesungen über Geschichte der Mathematik“, 4 Bde., 1880-1908, Nachdruck 1968).
Richard Dedekind Richard Dedekind (1831-1916),
Mathematiker, 1858 Professor in Zürich, seit 1862-1894 in Braunschweig; einer der Wegbereiter der modernen Algebra, befasste sich auch mit der Mengenlehre; berühmt durch seine Schriften „Stetigkeit und irrationale Zahlen“ (1872) und „Was sind und was sollen Zahlen“ (1888), in denen er die nach ihm benannte Theorie der reellen Zahlen entwickelte („Dedekindscher Schnitt“).
Emil Erlenmeyer Emil Erlenmeyer (1825-1909),
Chemiker, 1863 Professor in Heidelberg, 1868-1883 in München; trug wesentlich zur Verbreitung der Atomtheorie und der Avogradoschen Hypothese bei, arbeitete über die Struktur der organischen Verbindungen, definierte 1862 als erster die Doppel- und Dreifachbindung und führte den nach ihm benannten Erlenmeyer-Kolben in die Labortechnik ein.
Abraham Esau Abraham Esau (1884-1955),
Physiker und Hochfrequenztechniker, 1925 Professor in Jena, 1939-1945 in Berlin, dort gleichzeitig Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, Pionierarbeit auf den Gebieten der Wellentechnik für die Nachrichtenübermittlung und für medizinische Zwecke.
Hans Fischer Hans Fischer (1881-1945),
Chemiker, Professor in Innsbruck, Wien und (seit 1921) an der TH München; Forschungen über Blut- und Blattfarbstoffe, erhielt für die Synthese des Hämins (1928) sowie für seine Forschungen über das Chlorophyll 1930 den Nobelpreis für Chemie.
Hans Geiger Hans Geiger (1882-1945),
Physiker, 1912-1925 Leiter des Laboratoriums für Radioaktivität an der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin, 1925 Professor in Kiel, 1929 in Tübingen, ab 1936 an der TH Berlin; entwickelte 1928 mit Erwin Wilhelm Müller den Geigerzähler, eines der wichtigsten Messgeräte der Kernphysik.
Arthur Erich Haas Arthur Erich Haas (1884-1941),
österreichischer Physiker; entwickelte 1910 ein Atommodell, das erstmals das Plancksche Wirkungsquantum enthielt; Nobelpreis 1910
Heinrich Hertz Heinrich Hertz (1857-1894),
Physiker („Prinzipien der Mechanik“, 1894), 1885-1889 Professor in Karlsruhe; entdeckte die Hertzschen Wellen, eine der Grundlagen der heutigen Funktechnik.
Friedrich Kohlrausch Friedrich Kohlrausch (1840-1910),
Physiker, 1895-1905 Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin-Charlottenburg, zu deren Weltgeltung er wesentlich beitrug; arbeitete über das Leitvermögen der Elektrolyte, bestimmte 1885 die absolute Wanderungsgeschwindigkeit von Ionen (K.-Gesetz) und entwickelte elektrische und magnetische Messinstrumente.
Leopold Kronecker Leopold Kronecker (1823-1891),
Mathematiker, seit 1861 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, seit 1863 Professor in Berlin, wichtige Beiträge zur Algebra und zur Arithmetik („Kronecker-Symbol“, „Deltasymbol“).
Carl Liebermann Carl Liebermann (1842-1914),
Vetter des Malers Max L., Chemiker, seit 1873 Professor in Berlin (zunächst an der Technischen Hochschule, ab 1879 an der Universität, 1914 am Kaiser-Wilhelm-Institut), 1869 mit Carl Graebe Entdecker des künstlichen Farbstoffs Alizarin.
Alexander Mitscherlich Alexander Mitscherlich (1836-1918),
Chemiker, 1868-1883 Professor in Hannoversch-Münden, dann Privatgelehrter; entwickelte ab 1874 ein technisch brauchbares Verfahren zur Gewinnung von Zellstoff aus Holz (Sulfit-Verfahren).
Wilhelm Pfeffer Wilhelm Pfeffer (1845-1920),
Chemiker und Botaniker, Professor in Bonn, Basel, Tübingen und Leipzig, Entdecker der Osmose, arbeitete auch über Pflanzenphysiologie.
Christian Friedrich Schönbein Christian Friedrich Schönbein (1799-1868),
Chemiker, ab 1828 Professor in Basel, Entdecker des Ozons (1839) und Erfinder der Schießbaumwolle (1845), Mitbegründer der Geochemie.
Arnold Sommerfeld Arnold Sommerfeld (1868-1951),
(Atom-)Physiker, ab 1897 Professor in Clausthal-Zellerfeld, ab 1900 in Aachen, ab 1906 in München; erweiterte das Bohrsche Atommodell 1915 zur Bohr-Sommerfeldschen Atomtheorie, Verfasser von Standardwerken der Atomphysik.
Carl August Ritter von Steinheil Carl August Ritter von (seit 1868) Steinheil (1801-1870),
Physiker und Astronom, seit 1832 Professor in München, hervorragender Konstrukteur optischer und elektrischer Instrumente (u. a. erster benutzbarer elektromagnetischer Schreibtelegraf 1836, erste galvanische mit Strom betriebene Uhr 1838); gründete 1855 eine optisch-astronomische Werkstätte, die unter Leitung seines Sohnes Hugo Adolph Weltgeltung erlangte.
Emil Warburg Emil Warburg (1846-1931),
Physiker, 1872 Professor in Straßburg, 1875 in Freiburg im Breisgau, seit 1895 in Berlin, u. a. gelang ihm 1875/76 die experimentelle Bestätigung der kinetischen Gastheorie (mit A. Kundt) und 1880 der Nachweis der Hysterese ferromagnetischer Stoffe; formulierte das nach ihm benannte „Warburg-Gesetz“.
Richard Wettstein Ritter von Westersheim Richard Wettstein Ritter von Westersheim (1863-1931),
österreichischer Botaniker, 1892 Professor an der Deutschen Universität Prag, 1899 Professor und Leiter des Botanischen Gartens in Wien, Forschungsreisen nach Brasilien sowie Süd- und Ostafrika, einer der bedeutendsten Vertreter der phylogenetischen Forschungsrichtung der Pflanzensystematik („Handbuch der systematischen Botanik“, 2 Bde., 1901-1908, 4. Aufl. 1934).
Otto zur Strassen Otto zur Strassen (1869-1961),
1898/99 Teilnehmer der ersten deutschen Tiefsee-Expedition, 1901 Professor in Leipzig, 1904-1934 Direktor des Senckenberg-Museums in Frankfurt a. M., 1914-1937 erster Lehrstuhlinhaber für Zoologie an der dortigen Universität, Herausgeber von „Brehms Tierleben“ (13 Bde., 1911-1918).

Erfinder, Ingenieure, Unternehmer

Robert Allmers Robert Allmers (1872-1951),
Volkswirt, Industriemanager; gründete 1906 zusammen mit August Sporkhorst die Hansa-Automobil GmbH, die 1914 mit der Norddeutschen Automobil- und Motoren AG (NAMAG) zur Hansa-Lloyd-Werke AG Bremen fusioniert wurde, woraus später (1929) der Borgward-Konzern entstand; seit 1926 Präsident des Reichsverbandes der Deutschen Automobilindustrie.
Kurt Heinrich Debus Kurt Heinrich Debus (1908-1983),
Physiker und Raketenkonstrukteur, 1942 in Peenemünde an der Entwicklung der Fernrakete A4 (V2) beteiligt, seit 1945 in den USA, 1963-1974 Direktor des John F. Kennedy Space Center auf Cap Canaveral.
Wilhelm Exner Wilhelm Exner (1840-1931),
österreichischer Technologe; 1868 Professor des forstlichen Ingenieurwesens an der Forstakademie Mariabrunn (1875 in die Wiener Hochschule für Bodenkultur eingegliedert); 1879 Gründer des Wiener Technologischen Gewerbemuseums; 1882-1897 liberaler Reichsratsabgeordneter, 1908-1918 Mitglied des Herrenhauses; Begründer des technischen Mittelschulwesens in Österreich, maßgeblicher Einfluss auf das österreichische Patentgesetz.
Hans Grade Hans Grade (1879-1946),
Ingenieur, Flugpionier; als erstem Deutschen gelang ihm 1908 der Flug mit einem selbstgebauten Motorflugzeug; gewann 1909 mit einem verbesserten Eindecker-Flugzeug den hochdotierten Lanz-Preis, erbaute 1913 das erste deutsche Kunstflugzeug für Sturz- und Rückenflüge und konstruierte 1918 das erste deutsche Kleinauto (Grade-Wagen).
Ernst Heinrich Heinkel Ernst Heinrich Heinkel (1888-1958),
Flugzeugkonstrukteur, entwickelte zahlreiche Verkehrs-, Sport- und Kriegsflugzeuge, u. a. 1939 das erste Raketenflugzeug und 1939 das erste Flugzeug mit Turbinenluftstrahltriebwerk.
Hanns Klemm Hanns Klemm (1885-1961),
Flugzeugbauer, als Chefkonstrukteur in dem 1918 gegründeten Daimler Flugzeugbau in Sindelfingen Schöpfer verschiedener Typen des Leichtflugzeugs, die 1926-1945 in der Firma Leuchtflugzeugbau Klemm GmbH in Böblingen gebaut wurden.
Georg Knorr Georg Knorr (1859-1911),
Eisenbahningenieur, erfand 1909 die nach ihm benannte Einkammerschnellbremse, die bei den deutschen Bahnen die bis dahin zumeist verwendete Westinghouse-Bremse fast völlig verdrängte.
Ferdinand Porsche Ferdinand Porsche (1875-1951),
Autokonstrukteur, bereits 1897 Entwicklung ein Elektromobils, 1931 in Stuttgart Gründung eines eigenen Konstruktionsbüros (die heutige Porsche AG), seit 1934 Konstruktion des Volkswagens, Gesamtplanung und bis 1945 Leitung des Volkswagenwerks, Inhaber von 1230 Patenten.
Bernhard Timm Bernhard Timm (1909-1992),
Industriemanager, Studium der Mathematik, Physik, Chemie und Astronomie in Heidelberg; seit 1936 bei der (IG-Farben-Firma) BASF in Ludwigshafen; dort 1948 Prokura, 1950 Direktor, seit 1965 Generaldirektor und Vorstandsvorsitzender; unter seiner Leitung Expansion zu einem weltweiten Konzern (u.a. Übernahme des amerikanischen Chemiekonzerns „Wyandotte Chemicals Corp.“), 1974-1983 Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Ethnologen, Geographen, Forschungsreisende

Franz Boas Franz Boas (1858-1942),
Ethnologe und Anthropologe, 1899 Professor an der Columbia University in New York, gilt als eigentlicher Begründer der modernen amerikanischen Ethnologie, befasste sich - die enge Verbindung von Ethnologie und Linguistik betonend - insbesondere mit den Zentral-Eskimo und den Sprachen der nordamerikanischen Indianer (so mit dem Kwakiutl).
Heinrich Karl Brugsch Heinrich Karl Brugsch (-Pascha) (1827-1894),
Ägyptologe, Professor in Berlin, Göttingen und Kairo; 1870 vom Khediven zum Bey, 1881 zum Pascha ernannt; bedeutende Beiträge zur Ägyptologie, besonders zum Demotischen.
Mehmed Emin Pascha (Eduard Schnitzer) Mehmed Emin Pascha (Eduard Schnitzer) (1840-1892),
Arzt und Afrikaforscher, seit 1876 in ägyptischem Dienst; seit 1876 Gouverneur des Sudan, für dessen Erforschung und Entwicklung er zehn Jahre wirkte; wertvolle Beiträge zur Geographie, Biologie, Völker- und Sprachenkunde Afrikas, von arabischen Sklavenhändlern ermordet.
Ernst Marno Ernst Marno (1844-1883),
Afrikaforscher; seit 1878 Vizegouverneur (Mudir) der Provinz Galabat im Sudan, 1882 für die Befreiung zweier Nilzuflüsse von Pflanzenbarrieren zum Bey ernannt, bekämpfte die Anhänger des Mahdi und den Sklavenhandel; Karl May soll in vielen seiner Romanen von der Gedankenwelt M.s beeinflusst worden sein.

Dichter, Schriftsteller, Publizisten

Willibald Alexis Willibald Alexis (eigentlich Wilhelm Häring) (1798-1871),
Schriftsteller und Dichter, bekannt durch seine Romane über Themen der brandenburgisch-preußischen Geschichte (u.a. „Die Hosen des Herrn von Bredow“, 1846) und als Mitherausgeber von Kriminalgeschichten („Der neue Pitaval“, 1842-1862).
Berthold Auerbach Berthold Auerbach (eigentlich Moses Baruch Auerbacher) (1812-1882),
Schriftsteller, mit seinen „Schwarzwälder Dorfgeschichten“ (4 Bde., 1843-1854) einer der meistgelesenen Erzähler der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, Verfechter der Judenemanzipation.
Hermann Bahr Hermann Bahr (1863-1934),
Schriftsteller, Theaterkritiker in Wien, Regisseur bei Max Reinhardt, Dramaturg am Burgtheater; schrieb sieben Romane eines geplanten zwölfbändigen Österreich-Zyklus, ausserdem zahlreiche Gesellschaftsstücke („Das Konzert“, 1909).
Eduard von Bauernfeld Eduard von Bauernfeld (1802-1890),
österreichischer Schriftsteller; erfolgreich durch Lustspiele, Konversations- und Salonstücke nach französischem Vorbild; Freund von Franz Schubert, Moritz von Schwind und besonders von Franz Grillparzer.
August Daniel von Binzer August Daniel von Binzer (1793-1868),
Dichter und Schriftsteller; schrieb aus Anlass der Auflösung der Jenaischen Burschenschaft 1819 das bekannte Lied „Wir hatten gebauet ...“; 1834 Redakteur der „Zeitung für die elegante Welt“ in Leipzig, 1835 Schriftleitung des „Allgemeinen Organs für Handel und Gewerbe“ in Köln; lebte zuletzt in Wien.
Hans Friedrich Blunck Hans Friedrich Blunck (1888-1961),
Schriftsteller; behandelte insbesondere nordische Themen und solche aus der hanseatischen Geschichte, z.T. unter Betonung des Reichsgedankens und „ölkischer“ Ideen, 1933-1935 Präsident der Reichsschrifttumskammer.
Richard Dehmel Richard Dehmel (1863-1920),
Dr. phil., Schriftsteller und bis 1895 Sekretär bei einem Versicherungsverband; 1895 Mitbegründer der Kunstzeitschrift „Pan“; begann mit sozialer Lyrik, schrieb später Romane („Zwei Menschen“, 1903), ausserdem Dramen, Prosa, Kindergedichte und Kindergeschichten; förderte Rilke, Thomas Mann und Hermann Hesse, befreundet mit Detlev von Liliencron.
Ludwig Eichrodt Ludwig Eichrodt (Pseudonym Rudolf Rodt) (1827-1892),
Jurist und Dichter; veröffentlichte u.a. 1855-1857 mit Adolf Kussmaul in den „Fliegenden Blättern“ die parodistischen Gedichte des „schwäbischen Schullehrers Gottlieb Biedermaier“ und prägte damit die Bezeichnung „Biedermeier“ für den Lebensstil der Zeit des Vormärz.
Walter Flex Walter Flex (1887-1917),
vaterländischer Dichter; mit seinem Hauptwerk „Der Wanderer zwischen beiden Welten“ (1917) erheblicher Einfluss auf die national gesinnte Jugend der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.
Karl Emil Franzos Karl Emil Franzos (1848-1904),
österreichischer Schriftsteller, Wiederentdecker und Herausgeber der Werke Georg Büchners. Seine Erzählungen und Romane reflektieren die Welt des osteuropäischen Judentums und die Spannungen, denen er als Jude und Deutscher in Polen ausgesetzt war.
Julius Fröbel Julius Fröbel (1805-1893),
Neffe des Pädagogen Friedrich F., politischer, wissenschaftlicher und belletristischer Schriftsteller und Verleger, Politiker, 1836-1842 Professor der Mineralogie in Zürich, Paulskirchenabgeordneter, 1873-1888 deutscher Konsul in Smyrna und Algier.
Emanuel Geibel Emanuel Geibel (1815-1884),
Schriftsteller, Lyriker („Der Mai ist gekommen“, 1841), „offizieller“ und gefeierter Dichter der deutschen Einigung unter Preußens Führung („Gedichte“ 1840, 100. Aufl. 1884).
Wilhelm Hauff Wilhelm Hauff (1802-1827),
Dichter, schrieb Erzählungen und Märchen („Das kalte Herz“, „Zwerg Nase“), im Gefolge Walter Scotts mit Willibald Alexis Begründer des historischen Romans in Deutschlands („Der Mann im Monde“, 1826).
Heinrich Heine Heinrich Heine (1797-1856),
Dichter und Lyriker („Reisebilder“, 1826-1827, „Buch der Lieder“ 1827). Geißelte in seinem Epos „Deutschland, ein Wintermärchen“ die Zustände in Deutschland; revolutionäre Haltung gegenüber Staat und Kirche, Bekanntschaft und Briefwechsel mit Karl Marx.
Georg Herwegh Georg Herwegh (1817-1875),
Schriftsteller, Verfasser politisch revolutionärer Gedichte („Gedichte eines Lebendigen“, 1841-1843), dichterischer Wegbereiter und aktiver Teilnehmer am badischen Aufstand von 1848.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874),
Germanist und Schriftsteller („Unpolitische Lieder“, 1840-1841), Verfasser von Kinder- u.a. Liedern („Alle Vogel sind schon da“, „Kuckuck“) sowie des später zur Nationalhymne gewordenen „Liedes der Deutschen“ (1841).
Robert Hohlbaum Robert Hohlbaum (1886-1955),
österreichischer Schriftsteller, Verfasser von politischen Romanen mit Problemen der deutsch-österreichischen Geschichte, von Romanen und Novellen über Künstlerpersönlichkeiten sowie von Gedichten, Dramen und Essays.
Karl von Holtei Karl von Holtei (1798-1880),
Schriftsteller, hervorragender Shakespeare-Rezitator; Verfasser erfolgreicher, publikumswirksamer und rührseliger Singspiele; schrieb ausserdem Mundartgedichte und Romane aus dem Theatermilieu; trat, obwohl evangelisch, nach einem unsteten Künstlerleben 1876 in ein Kloster in Breslau ein.
Mirko Jelusich Mirko Jelusich (1886-1969),
Schriftsteller; Studium der Philosophie, Geschichte und des Sanskrit (1912 Dr. phil. in Wien); 1923 Theaterkritiker bei der „Deutsch- österreichischen Tageszeitung“, Ende der 1920er Jahre Anschluss an den Nationalsozialismus, 1938 kommissarischer Leiter des Wiener Burgtheaters, schrieb u.a. Romane über heroische Führergestalten („Cäsar“ 1929, „Oliver Cromwell“ 1940).
August Julius Langbehn August Julius Langbehn, genannt „der Rembrandtdeutsche“ (1851-1907),
Schriftsteller und Kulturphilosoph, erregte großes Aufsehen durch sein anonym erschienenes zeitkritisches Werk „Der Rembrandtdeutsche“ (1890, 85 Auflagen bis 1936).
Heinrich Laube Heinrich Laube (1806-1884),
Schriftsteller, Publizist, zeitweiliger Wortführer („Das neue Jahrhundert“, 1833, „Das junge Europa“, 1833-1837) des Jungen Deutschlands, Paulskirchenabgeordneter („Das erste deutsche Parlament“, 1849), 1849-1867 Leiter des Wiener Burgtheaters.
Karl Gottfried Ritter von Leitner Karl Gottfried Ritter von Leitner (1800-1890),
österreichischer Schriftsteller, Gymnasiallehrer in Cilli und Graz, 1837-1854 landständischer Sekretär, bekannt vor allem durch seine z.T. von Schubert vertonten Gedichte.
Nikolaus Lenau Nikolaus Lenau (1802-1850),
eigentlich Nikolaus Franz Niembsch Edler von Strehlenau (seit 1820), österreichischer Dichter, „Lyriker der Melancholie“ („Lieblich war die Maiennacht ...“), 1831 Kontakte zur schwäbischen Dichterschule (u.a. Ludwig Uhland), 1832-1833 in den USA; starb in einer psychiatrischen Heilanstalt.
Wolfgang Menzel Wolfgang Menzel (1798-1873),
Schriftsteller, Redakteur und Literaturkritiker und -historiker, 1831 und 1848 württembergischer Landtagsabgeordneter; zunächst liberal, später zunehmend reaktionär; Gegner Goethes und des Jungen Deutschlands.
Walter Ritter von Molo Walter Ritter von Molo (1880-1958),
Studium des Maschinenbau und der Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Wien, Ingenieur, seit 1913 Schriftsteller in Wien; 1919 in Berlin Mitgründer des Deutschen PEN-Clubs; schrieb historisch-biographische Romane (u.a. den vierbändigen Schiller-Roman „Ums Menschentum“, 1912), Dramen und Lyrik.
Julius Mosen Julius Mosen (ursprünglich J. Moses) (1803-1867),
Schriftsteller, Advokat in Dresden, später Dramaturg am Hoftheater in Oldenburg, Verfasser von Geschichtsdramen, Erzählungen und eines Romans sowie z.T. sehr volkstümlicher Gedichte, Schöpfer des Andreas-Hofer-Liedes („Zu Mantua in Banden“, 1831), der heutigen Landeshymne von Tirol.
Ernst Elias Niebergall Ernst Elias Niebergall (1815-1843),
während seines Theologiestudiums mit Georg Büchner befreundet, Lehrer in Darmstadt und Dieburg, Dichter in Darmstädter Mundart („Der Datterich“, 1841).
August Graf von Platen-Hallermünde August Graf von Platen-Hallermünde (1796-1835),
Dichter, lebte ab 1826 ständig in Italien; erfolgreich vor allem durch seine Gedichte („Sonette aus Venedig“, 1825) und die Ballade „Das Grab im Busento“ (1820), weniger durch seine epischen und dramatischen Werke; mit seinen radikal-politischen Gedichten („Polenlieder“ 1831/32) großer Einfluss auf Georg Herwegh und Ferdinand Freiligrath; Vorbild für die Figur Aschenbachs in Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ (1912).
Fritz Reuter Fritz Reuter (1810-1874),
niederdeutscher Dichter, 1833-1840 inhaftiert („Ut mine Festungstid“, 1862), Verfasser zahlreicher volkstümlicher, oft humorvoller sozialkritischen Versepen („Ut de Franzosentid“, 1859, „Hanne Nüte un de lütte Pudel“, 1860, „Ut mine Stromtid“, 1862-1863).
August Ludwig von Rochau August Ludwig von Rochau (1810-1873),
Publizist, 1833 Beteiligung am Frankfurter Wachensturm, Wandel vom radikalen Revolutionär zum pragmatischen Reformer, Reichstagsabgeordneter, mit seinen „Grundsätzen der Realpolitik ...“ (1853-1859) wichtiger publizistischer Wegbereiter der deutschen Reichseinigung.
Hermann Rollett Hermann Rollett (1819-1904),
österreichischer Schriftsteller („Republikanisches Liederbuch“, 1848), wegen seiner politischen Einstellung in den 1840er Jahren Aufenthalt in Deutschland und der Schweiz, ab 1876 Stadtarchivar in Baden.
Otto Roquette Otto Roquette (1824-1896),
Schriftsteller und Literaturhistoriker, 1863 Professor an der Kriegsakademie Berlin, 1867 an der Gewerbeakademie ebd., 1869 am Polytechnikum in Darmstadt; 1893 Geheimer Hofrat; schrieb Romane, Novellen, Erzählungen, Gedichte und Operlibretti. Sein Versepos „Waldmeisters Brautfahrt“ (1851) und sein „Liederbuch“ (1852) zählten zu den erfolgreichsten Büchern seiner Zeit.
Arnold Ruge Arnold Ruge (1802-1880),
Publizist, Politiker, 1838 Mitbegründer der „Halleschen Jahrbücher für deutsche Wissenschaft und Kunst“, Organ der Linkshegelianer, 1844 mit Marx Herausgeber der „Deutsch-Französischen Jahrbücher“, Paulskirchenabgeordneter (äußerste Linke).
Karl Schapper Karl Schapper (1812-1870),
autodidaktischer sozialistischer Publizist, befreundet mit Karl Marx und Friedrich Engels, deutscher Vertreter in der ersten Arbeiter-Internationale ab 1845, Mitunterzeichner der „Forderungen der kommunistischen Partei in Deutschland“ (1848).
Joseph Victor von Scheffel Joseph Victor von Scheffel (1826-1886),
Dichter, 1848 Sekretär des badischen Bundesgesandten K. T. Welcker, seit 1857 Archivar und Bibliothekar in Donaueschingen; Verfasser populärer Verserzählungen („Der Trompeter von Säckingen“, 1854), Gedichte („Gaudeamus“, 1868), zahlreicher Studentenlieder (u.a. „Alt Heidelberg, du feine“, „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“, „Im schwarzen Walfisch zu Askalon“); auch Zeichner und Aquarellist.
Friedrich Schulz-Bodmer Friedrich Schulz (seit 1847 Schulz-Bodmer) (1797-1860),
politischer Publizist; Strafverfahren, Haft und Ausweisung wegen Veröffentlichung oppositioneller Schriften; Exil in Frankreich und in der Schweiz; Verfasser zahlreicher politischer, wissenschaftlicher und belletristischer Werke; 1848/49 Paulskirchenabgeordneter.
Franz Schuselka Franz Schuselka (1811-1886),
fruchtbarer belletristischer und politischer Schriftsteller, Flucht vor der Zensur und drohender Haft, wechselnde Aufenthalte in Deutschland und Österreich, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und 1861-1865 des Niederösterreichischen Landtags.
Friedrich Spielhagen Friedrich Spielhagen (1829-1911),
Schriftsteller, ab 1854 Gymnasiallehrer in Leipzig, 1860-1862 Feuilletonredakteur in Hamburg, 1878-1884 Herausgeber von „Westermann's illustrirten deutschen Monatsheften“, einer der erfolgreichsten Romanciers der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, schrieb auch Novellen, Lyrik und Dramen sowie theoretische Schriften zu Roman und Drama.
Theodor Storm Theodor Storm (1817-1888),
Jurist (später Landvogt und Oberamtsrichter) und Dichter; schon früh als Lyriker und Novellist („Immensee“, 1849, „Der Schimmelreiter“, 1888) erfolgreich; befreundet mit den Brüdern Theodor und Tycho Mommsen (gemeinsamer Gedichtband „Liederbuch dreier Freunde“, 1843).
Moritz Graf von Strachwitz Moritz Graf von Strachwitz (1822-1847),
Dichter, bekannt durch seine patriotischen, phantasievollen und bildreichen Balladen („Das Herz von Douglas“) aus mittelalterlichen und nordischen Themenkreisen; großer Einfluss auf die Balladendichtungen Theodor Fontanes, Detlev von Liliencrons und Borries von Münchhausens.
Johannes Trojan Johannes Trojan (1837-1915),
Schriftsteller und Journalist, 1886-1909 Chefredakteur der Zeitschrift „Kladderadatsch“, scharfer politischer Satiriker; schrieb auch Erzählungen, Lyrik, Humoresken sowie botanische Studien.
Ludwig Uhland Ludwig Uhland (1787-1862),
1862 Ehrenmitglied; Dichter und Germanist, Anwalt, liberaler Abgeordneter im württembergischen Landtag, 1830 Professor für deutsche Literatur in Tübingen, Paulskirchenabgeordneter, seit 1850 Privatgelehrter; bedeutendster Vertreter der schwäbischen Romantik (Gedichte, Balladen, historische Dramen).
Friedrich Theodor von Vischer Friedrich Theodor von Vischer (1807-1887),
Schriftsteller, Philosoph, streitbarer und wortgewaltiger Publizist; ab 1837 Professor in Tübingen, 1855 am Züricher, 1866 am Stuttgarter Polytechnikum; liberaler Paulskirchenabgeordneter; trat auch als Literaturhistoriker und -kritiker hervor.
Ludolf Wienbarg Ludolf Wienbarg (Pseudonyme Ludolf Vineta, Freimund) (1802-1872),
Schriftsteller, Wortführer des „Jungen Deutschlands“, gab dieser literarischen Bewegung seinen Namen („Aesthetische Feldzüge“, 1834, mit der Widmung „Dir, junges Deutschland“), mit Karl Gutzkow Gründer der radikalen „Deutschen Revue“, wurde nach Schreibverbot ausgewiesen.
Adolf Wilbrandt Adolf von (seit 1884) Wilbrandt (1837-1911),
Schriftsteller, 1881-1887 Direktor des Wiener Burgtheaters, schrieb seinerzeit vielgespielte historische Dramen und Schlüsselromane aus dem Münchner Künstlermilieu („Herman Ifinger“, 1892).
Wilhelm Wolff Wilhelm Wolff (1809-1864),
Publizist, Politiker; in den 1840er Jahren führende Beteiligung an der demokratischen und sozialen Bewegung in Schlesien, seit 1848 im Exil (Brüssel, London, Paris) eifriger Propagandist des Kommunismus, Mitunterzeichner der „Forderungen der Kommunistischen Partei in Deutschland“, Paulskirchenabgeordneter; Freund von Karl Marx („Lupus“), der ihm den 1. Band seines Hauptwerkes „Das Kapital“ widmete.

Historiker, Politikwissenschaftler

Hans Freiherr von und zu Aufseß Hans Freiherr von und zu Aufseß (1801-1872),
Historiker; Begründer einer umfangreichen Sammlung von Altertümern, die auf Anregung König Ludwigs I. von Bayern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde; seit 1847/48 in Nürnberg; 1852 Gründer und bis 1862 erster Vorstand des Germanischen Museums in Nürnberg.
Theodor Eschenburg Theodor Eschenburg (1904-1999),
Politikwissenschaftler; bis 1930 Deutsche Volkspartei, danach Deutsche Staatspartei; enge Kontakte zu G. Stresemann; 1952-1973 Professor für Wissenschaftliche Politik in Tübingen; befasste sich vor allem mit dem politischen System und der Verwaltung in der Bundesrepublik Deutschland.
Julius Ficker Julius Ficker (1885 Ritter von Feldhaus) (1826-1902),
Historiker und Rechtshistoriker, Professor in Bonn und Innsbruck, Arbeiten zur historischen Urkundenkritik und zur mittelalterlichen Verfassungsgeschichte.
Heinrich Friedjung Heinrich Friedjung (1851-1920),
österreichischer Historiker und Publizist, Vertreter einer „großdeutschen“ Geschichtsschreibung („Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland“, 1859-1866); Mitverfasser des „Linzer Programms“ der deutschnationalen Bewegung, von der er sich jedoch bald trennte.
Otto Hintze Otto Hintze (1861-1940),
Historiker („Die Hohenzollern und ihr Werk“, 1915), 1899-1920 Professor in Berlin, Vertreter einer die Sozialgeschichte integrierenden vergleichenden Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte; 1908/09 Mitgründer der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung.
Reinhold Koser Reinhold Koser (1852-1914),
Historiker, Archivar, 1882-1884 Geheimer Staatsarchivar, 1884 a.o. Professor in Berlin, 1891 Ordinarius in Bonn, 1896 Direktor der Staatsarchive in Preußen, Historiograph des Preußischen Staates, seit 1905 Vorsitzender der Zentraldirektion der „Monumenta Germaniae Historica“, arbeitete vor allem über Friedrich den Großen; 1908/09 Mitgründer der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung.
Heinrich Leo Heinrich Leo (1799-1878),
zunächst Anhänger der politisch radikalen Gießener „Schwarzen“, später antirevolutionärer konservativer Historiker und Kritiker der Burschenschaft, seit 1863 lebenslanges Mitglied des preußischen Herrenhauses.
Franz (Francis) Lieber Franz (Francis) Lieber (1798-1872),
amerikanischer Staatswissenschaftler deutscher Herkunft, Wegbereiter der Politischen Wissenschaft in den USA; sein Militärverwaltungsrecht (1863) wurde 1870 auch von Preußen übernommen und ging in die Haager Konvention von 1899 und 1907 ein.
Friedrich Meinecke Friedrich Meinecke (1862-1954),
Historiker („Weltbürgertum und Nationalstaat“, 1908), 1901 Professor in Straßburg, 1906 in Freiburg i. Br., 1914-1928 in Berlin, entschiedener Gegner des Nationalsozialismus („Die Deutsche Katastrophe“, 1946), 1948 erster Rektor der unter seiner Mitwirkung gegründeten Feien Universität Berlin.
Theodor Mommsen Theodor Mommsen (1817-1903),
Historiker, 1848 als Redakteur in Rendsburg an der Märzrevolution beteiligt und Professor für römisches Recht in Leipzig, 1852 in Zürich, 1854 in Breslau und 1858 Professor für alte Geschichte in Berlin; 1902 als erster Deutscher Nobelpreis für Literatur.
Wilhelm Oncken Wilhelm Oncken (1838-1905),
Historiker, seit 1870 Professor in Gießen, 1877/78 Rektor, Herausgeber der „Allgemeinen Geschichte in Einzeldarstellungen“ (44 Bde., 1877-1893) mit eigenen Beiträgen zur Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts; 1873-1876 Abgeordneter der Zweiten Hessischen Kammer, 1874-1877 des Deutschen Reichstags.
Johannes Adolf Franz Overbeck Johannes Adolf Franz Overbeck (1826-1895),
Neffe des Malers Johann Friedrich O. (1755-1821), Kunsthistoriker und Archäologe, Hauptvertreter der kunstmythologischen Schule der Archäologie, seit 1853 Professor in Leipzig, 1875/76 Rektor, auch Wegbereiter des Leipziger Hochschulsports.
Heinrich Ritter von Srbik Heinrich Ritter von Srbik (1878-1951),
österreichischer Historiker, 1912-1922 Professor in Graz, 1922-1945 in Wien; 1929/30 Unterrichtsminister, 1938-1945 Reichstagsabgeordneter und Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien; Vertreter einer gesamtdeutschen Geschichtsauffassung; 1908/09 Mitgründer der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung.
Heinrich von Treitschke Heinrich von Treitschke (1834-1896),
Historiker, politischer Publizist; 1863 Professor für Staatswissenschaft in Freiburg, 1866 in Berlin einer der wichtigsten publizistischen Mitarbeiter Bismarcks („Herold der Reichsgründung“), 1866 Professor für Geschichte in Kiel, 1867 in Heidelberg, 1874 in Berlin; 1871-1884 Reichstagsabgeordneter, Hauptwerk: „Deutsche Geschichte im 19. Jahrhundert“ (1879-1894).

Literaturwissenschaftler, Philologen, Pädagogen

Rudolf Brandsch Rudolf Brandsch (1880-1953),
1904-1911 Lehrer, zuletzt Schuldirektor in Hermannstadt; rumäniendeutscher (siebenbürgischer) Politiker, 1910-1918 Abgeordneter im ungarischen, 1919-1933 im rumänischen Parlament; 1931/32 Unterstaatssekretär für Volksminderheiten bei der rumänischen Regierung.
Konrad Duden Konrad Duden (1829-1911),
Philologe, Lehrer in Soest, Schleiz und Bad Hersfeld, Gymnasialdirektor; mit der Rechtschreibereform von 1901 wurde sein „Vollständiges orthographisches Wörterbuch der deutschen Sprache“ (1880) für Deutschland verbindlich.
Karl Follen Karl Follen (1796-1840),
Führer des radikal-revolutionären Flügels der Burschenschaft („Großes Lied“, 1819), Privatdozent in Gießen und Jena, seit 1824 in den USA, 1835 Professor für deutsche Sprache und Literatur in Cambridge (Mass.), Gegner der Sklaverei, unitarischer Prediger.
Hans Ferdinand Maßmann Hans Ferdinand Maßmann (1797-1874),
Germanist und Turnpädagoge; Mitinitiator und Chronist des Wartburgfestes 1817, 1829-1842 Professor für deutsche Sprache und Literatur in München; sein Lied „Ich hab mich ergeben“ wurde nach 1949 als Nationalhymne erwogen.
Karl Otfried Müller Karl Otfried Müller (1797-1840),
Altphilologe und Archäologe; vertrat eine Politik, Kultur, Religion, Mythos und Sagen integrierende Sicht der Altertumswissenschaft, verdient um die Erforschung der ältesten griechischen Geschichte.
Wilhelm Scherer Wilhelm Scherer (1841-1886),
Germanist und Literaturhistoriker, Professor in Wien, Straßburg und Berlin, einflussreicher Begründer einer nach naturwissenschaftlichem Vorbild exakt beschreibenden deutschen Literaturgeschichte.
Jakob Schipper Jakob Schipper (1842-1915),
Professor für Anglistik in Königsberg, ab 1876 in Wien, bedeutsam durch seinen dreibändigen „Grundriss der englischen Metrik“ (1895, Reprint 1964), fünf Ehrendoktorate englischer Hochschulen, verdient um die Pflege der englischen Sprache an österreichischen Mittelschulen.
Erich Schmidt Erich Schmidt (1853-1913),
Literaturhistoriker, ab 1877 Professor in Straßburg, ab 1880 in Wien, 1885 Direktor des Goethe-Archivs in Weimar, 1887 Professor in Berlin, Schüler von Wilhelm Scherer, verdient um die Goetheschen Werkausgaben und als Biograph Gotthold Ephraim Lessings.
Julian Schmidt Julian Schmidt (1818-1886),
Literaturhistoriker, in Leipzig seit 1847 (seit 1848 mit Gustav Freytag) Herausgeber der politisch-literarischen Zeitschrift „Die Grenzboten“; 1862-1864 Redakteur der „Berliner Allgemeinen Zeitung“, Parteiorgan der Altliberalen; danach u.a. Mitarbeiter an den „Preußischen Jahrbüchern“; schrieb u.a. eine mehrfach aufgelegte „Geschichte der deutschen Literatur von Leibniz bis auf unsere Zeit“ (5 Bde., 1886-1896); scharfer Gegner Ferdinand Lassalles.
Karl Simrock Karl Simrock (1802-1876),
Germanist und Schriftsteller, 1852 Professor für deutsche Literatur und Sprache in Bonn, befasste sich vor allem mit der Übertragung altnordischer und altdeutscher Dichtungen; Verfasser von Liedern, Sammler von Sagen und Märchen.
Hans Tümmler Hans Tümmler (1906-1997),
Pädagoge und Goethe-Forscher, 1963-1977 Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft, u.a. Herausgeber von „Goethes Briefwechsel mit Christian Gottlob Vogt“ (4 Bde., 1949-1962) und „Politischer Briefwechsel des Herzogs und Großherzogs Carl August von Weimar“ (3 Bde., 1954-1973).

Philosophen, Theologen

Georg Friedrich Daumer Georg Friedrich Daumer (1800-1875),
Religionsphilosoph und Dichter, Gymnasiallehrer und Schriftsteller; trat seit 1828 publizistisch für Kaspar Hauser ein, der zeitweilig in seinem Haus in Nürnberg lebte; einige seiner lyrischen Arbeiten, darunter die aus dem Persischen übertragenen Gedichte „Hafis“ (1846) wurden von Johannes Brahms vertont.
Rudolf Eucken Rudolf Eucken (1846-1926),
Philosoph, 1871 Professor in Basel, 1874-1920 in Jena; Vertreter eines nachkantianischen „neuen Idealismus'“ und einer „Lebensphilosophie“, erhielt 1908 für seine zahlreichen Veröffentlichungen zur idealen Philosophie der idealen Weltanschauung den Nobelpreis für Literatur; 1918 Gründer und erster Präsident der Luther-Gesellschaft.
Ludwig Andreas Feuerbach Ludwig Andreas Feuerbach (1804-1872),
Schüler von Hegel, Philosoph (Hauptwerk: „Das Wesen des Christentums“, 1841); u.a. wurde sein Begriff der „Entfremdung“ für den frühen Karl Marx und für Friedrich Engels bedeutsam.
Kuno Fischer Kuno Fischer (1824-1907),
Philosoph („Geschichte der neueren Philosophie“, 1852-1893); 1856 Professor in Jena, 1872 in Heidelberg; wichtige Beiträge zur Geschichte der Philosophie, befasste sich auch mit Ästhetik und Literaturgeschichte.
Theodor Fliedner Theodor Fliedner (1800-1864),
evangelischer Theologe, nach englischem Vorbild Gründer zahlreicher Institutionen der evangelischen Diakonie; vorbildlich für ähnliche Einrichtungen in Deutschland und im Ausland insbesondere sein 1836 zusammen mit einem Krankenhaus gegründetes Diakonissenmutterhaus.
Eduard Gans Eduard Gans (1797-1839),
Jurist und Philosoph, Schüler und Anhänger Hegels, Lehrer von Karl Marx; wurde als Jude erst nach Übertritt zum Christentum 1825 Professor in Berlin; versuchte im Gegensatz zur historischen Schule die Rechtswissenschaft aus der Philosophie zu begründen; leistete auch bedeutende Beiträge zur Wissenschaft vom Judentum.
Karl August von Hase Karl August von (seit 1883) Hase (1800-1890),
evangelischer Theologe, seit 1830 Professor für Kirchengeschichte in Jena, übte in seinem „Handbuch der protestantischen Polemik gegen die römisch-katholische Kirche“ (1862) verständnisvolle Kritik am Katholizismus.
Maximilian Ritter von Lingg Maximilian Ritter von Lingg (1842-1930),
katholischer Theologe, seit 1869 Erzieher der bayerischen Prinzen Alfons und Ludwig Ferdinand sowie Lehrer des spanischen Infanten und späteren Königs Alfons XII., 1874 Professor am Bamberger Lyzeum, 1881 Domherr, 1902 Bischof von Augsburg; trat auch als Mundartdichter hervor; 1908/09 Mitgründer der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung.
Paul Natorp Paul Natorp (1854-1928),
Philosoph, ab 1885 Professor in Marburg; Hauptarbeitsgebiete: Ethik, Sozialphilosophie und Sozialpädagogik; mit H. Cohen Hauptvertreter der Marburger Schule des Neukantianismus.
Friedrich Nietzsche Friedrich Nietzsche (1844-1900),
Altphilologe, Philosoph („Also sprach Zarathustra“, 1883-1891, posthum „Der Wille zur Macht“), 1869-1879 Professor für klassische Philologie in Basel; Einfluss von Schopenhauer und Richard Wagner; Wortführer des Nihilismus.
Friedrich Paulsen Friedrich Paulsen (1846-1908),
Philosoph und Pädagoge, seit 1894 Ordinarius in Berlin, plädierte früh für gleichberechtigte humanistische und naturwissenschaftliche Bildungswege an den Gymnasien. Übersetzungen seiner Hauptwerke (u.a. „System der Ethik ...“, 1889, „Einleitung in die Philosophie“, 1892) fanden vor allem in den USA große Verbreitung.
Karl Ludwig Sand Karl Ludwig Sand (1795-1820),
Theologiestudent, Anhänger des radikalen Flügels der Burschenschaft um Karl Follen; ermordete am 13. März 1819 den russischen Staatsrat und Dramatiker August von Kotzebue, was den Anlass zu den Karlsbader Beschlüssen (20. September 1819) und zur ersten „Demagogenverfolgung“ bot.
Friedrich Teutsch Friedrich Teutsch (1852-1933),
evangelischer Theologe, 1906 Bischof der Siebenbürgisch-Sächsischen Kirche („Sachsenbischof“), 1927 Bischof der evangelisch-lutherischen Kirche in Rumänien; 1908/09 Mitgründer der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung.
Friedrich Adolf Trendelenburg Friedrich Adolf Trendelenburg (1802-1872),
Philosoph, ab 1833 Professor in Berlin, entwickelte in der Tradition von Platon und Aristoteles eine vom Zweckgedanken bestimmte, geschichtsbezogene „organische Weltanschauung“.
Eduard Zeller Eduard Zeller (1814-1908),
evangelischer Theologe und Philosoph, 1847 Professor in Bern, 1849 in Marburg, 1862 in Heidelberg und 1872 in Berlin, Gründer der „Theologischen Jahrbücherldquo; (1842-1857), Erforscher des Urchristentums, Historiker der griechischen Philosophie.
Theobald Ziegler Theobald Ziegler (1846-1918),
Philosoph und Pädagoge („Das Gefühl“, 1893, „Die geistigen und sozialen Strömungen des 19. Jahrhunderts“, 1899), 1886 Professor in Straßburg, 1899/1900 Rektor, Lehrer von Albert Schweitzer, 1906-1908 Mitglied des Straßburger Gemeinderates, starb während einer Vortragsreise für Soldaten.

Nationalökonomen, Juristen, Soziologen

Ernst von Beling Ernst von (seit 1912) Beling (1866-1932),
Strafrechtler, 1898 Ordinarius in Breslau, 1900 in Gießen, 1902 in Tübingen und 1913 in München; entwickelte, der klassischen Strafrechtsschule nahestehend, insbesondere die Lehre vom strafrechtlichen Tatbestand („Die Lehre vom Verbrechen“, 1906, „Die Lehre vom Tatbestand“, 1930); Mitgründer der Deutschen Strafrechtlichen Gesellschaft, entschiedener Anhänger der Vergeltungsstrafe.
Otto Friedrich von Gierke Otto Friedrich von Gierke (1841-1921),
Jurist und Rechtshistoriker, Vertreter des Genossenschaftswesens; zukunftweisend seine Schrift „Der Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs und das deutsche Recht“ (1888) sowie seine Beiträge zur Entwicklung des Arbeitsrechts.
Paul Laband Paul Laband (1838-1918),
führender Strafrechtslehrer im deutschen Kaiserreich, Begründer der „Wissenschaft des Reichsstaatsrechts“, Hauptvertreter des staatsrechtlichen Positivismus.
Otto Mayer Otto Mayer (1846-1924),
Jurist, ab 1882 Professor in Straßburg, ab 1903 in Leipzig, vom französischen Verwaltungsrecht ausgehend Wegbereiter der deutschen Verwaltungsrechtswissenschaft.
Franz Oppenheimer Franz Oppenheimer (1864-1943),
Nationalökonom, Soziologe (1919-1929 erster Lehrstuhl in Frankfurt a.M., Gastprofessuren in verschiedenen Ländern), entwickelte eine soziologische Theorie des „dritten Weges“ zwischen Kapitalismus und Marxismus.
Georg Friedrich Puchta Georg Friedrich Puchta (1798-1846),
Jurist; 1823 Professor für römisches Recht in Erlangen, 1828 in München, 1835 in Marburg, 1837 in Leipzig und seit 1842 in Berlin; nach Friedrich Carl von Savigny bedeutendster Vertreter der historischen Rechtsschule romanistischer Ausprägung; als eigentlicher Begründer der „Begriffsjurisprudenz“ großer Einfluss auf die Zivilrechtsdogmatik des 19. Jahrhunderts.
Hermann Schulze-Delitzsch Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883),
Nationalökonom; Mitglied der preußischen Nationalversammlung, dann des Abgeordnetenhauses, 1867 des Norddeutschen, ab 1871 des Deutschen Reichstags; Mitbegründer des Deutschen Nationalvereins und der Deutschen Fortschrittspartei; Wegbereiter des Genossenschaftswesens.
Lorenz von Stein Lorenz von Stein (1815-1890),
Staatsrechtler und Soziologe, 1846 Professor in Kiel, 1855 in Wien; erkannte noch vor Karl Marx die Bedeutung der sozialen Frage in der Industriegesellschaft; zahlreiche volkswirtschaftliche sowie staats-, finanz- und verwaltungswissenschaftliche Veröffentlichungen; Wegbereiter der Soziologie im deutschsprachigen Raum.
Ferdinand Tönnies Ferdinand Tönnies (1855-1936),
Soziologe, Philosoph, seit 1909 Professor in Kiel, 1909 Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für Soziologie, Hobbes-Forscher und Mitbegründer einer eigenständigen Soziologie in Deutschland; Hauptwerk „Gemeinschaft und Gesellschaft“ (1887); verlor als Mitglied der SPD (seit 1930) und entschiedener Gegner des Nationalsozialismus nach 1933 seine Professur.
Max Weber Max Weber (1864-1920),
Soziologe, Nationalökonom und Wirtschaftshistoriker; 1893 Professor für Handelsrecht in Berlin, 1894-1897 für Nationalökonomie in Freiburg, 1897-1903 in Heidelberg; 1918 Professor in Wien (Soziologie), seit 1919 in München; Mitbegründer der Deutschen Demokratischen Partei, Wegbereiter der Soziologie als eigenständige Disziplin, Hauptwerk: „Wirtschaft und Gesellschaft“ (1922).

Künstler, Sportler

Julius Bittner Julius Bittner (1874-1939),
Jurist (Ministerialbeamter), komponierte seit dem 14. Lebensjahr, musikalisch weitergebildet; Komponist von Opern (nach eigenen Libretti, u.a. „Die rote Gred“, 1907, „Das höllische Gold“, 1916, „Walzer aus Wien“, 1930) in der Tradition des Wiener Singspiels, Chor- und Orchesterwerken, Kammermusik und Liedern; 1925 Kunstpreis der Stadt Wien.
Rudolf Eisenmenger Rudolf Eisenmenger (1902-1994),
österreichischer Maler und Plastiker, Schöpfer von Fresken und Mosaiken; seit 1951 Professor an der Wiener Technischen Hochschule; Werke in und an privaten und öffentlichen Gebäuden, u.a. in der Wiener Staatsoper (13 Tapisserieentwürfe im Mozart-Saal, Eiserner Vorhang), in Kirchen und im Kurhaus Bad Ischl.
Carl Philipp Fohr Carl Philipp Fohr (1795-1818),
Maler und Zeichner von Landschaften und Porträts, seit 1816 in Rom, wo er sich den Nazarenern anschloss.
Eugen Gura Eugen Gura (1842-1906),
studierte zunächst am Wiener Polytechnikum, dann seit 1862 Malerei in München, später Opern- und Konzertsänger; Engagements an Opernhäusern von Breslau, Leipzig, Hamburg und (1883-1896) Wien; einer der bedeutendsten Wagner-Interpreten seiner Zeit im Bass-Bariton-Fach, mehrfache Teilnahme an den Bayreuther Festspielen, auch als Konzert- und Liedersänger erfolgreich.
Rainer Klimke Rainer Klimke (1936-1999),
Rechtsanwalt, Dressurreiter; mit sechs Olympiasiegen im Mannschaftswettbewerb (1964, 1968, 1976, 1984, 1988) und als Einzelreiter (1984) sowie zwei Bronzemedaillen im Einzel (1968 und 1976) bisher erfolgreichster deutscher Olympiade-Teilnehmer.
Jenny Lind Jenny Lind (1820-1887),
Ehrenmitglied, schwedische Sängerin; seit 1844 an der Berliner Hofoper, seit 1847 in London und Stockholm, seit 1850 ausschließlich Konzertsängerin und Gesangspädagogin; führende Koloratursängerin ihrer Zeit („schwedische Nachtigall“).
Justus Wilhelm Lyra Justus Wilhelm Lyra (1822-1882),
evangelischer Theologe, Pfarrer in Gehrden/Hannover, Komponist, Hrsg. „Deutsche Lieder nebst ihren Melodien“ (1843), aus denen 1858 das Allgemeine Deutsche Kommersbuch hervorging, vertonte zahlreiche (Kommers-)Lieder, u.a. „Der Mai ist gekommen“ (1843).
Richard Mayr Richard Mayr (1877-1935),
Opernsänger, Kammersänger (Bassist); seit 1901 in Bayreuther Festspielen, seit 1903 an der Wiener (Hof-)Staatsoper; Gastspiele u.a. bei den Salzburger Festspielen, an der Covent Garden Opera London und an der Metropolitan Opera in New York; berühmteste Rolle Ochs von Lerchenau im „Rosenkavalier“; Ehrenbürger von Salzburg.
Richard Ohnsorg Richard Ohnsorg (1867-1947),
Dr. phil. (1900), seit 1901 im Bibliotheksdienst der Stadt Hamburg; Schauspieler und Theaterleiter; 1920 Gründer und Leiter der Niederdeutschen (Laien-)Bühne Hamburg; diesem Vorbild folgten zahlreiche niederdeutsche Bühnen in ganz Niederdeutschland („Niederdeutsche Bühnenbewegung“). Sein eigenes Theater (seit 1945 Ohnsorg-Theater) wurde durch Fernsehaufführungen sehr bekannt.
Franz Schubert Franz Schubert (1797-1826),
österreichischer Komponist (acht Sinfonien, Kammer- und Vokalmusik, Bühnenwerke), vertonte allein 60 Gedichte von Goethe; Mittelpunkt eines geistvoll-fröhlichen, auch burschenschaftlich geprägten Freundeskreises („Schubertiaden“).
Robert Schumann Robert Schumann (1810-1856),
studierte, auch literarisch hochbegabt, zunächst Jura; Komponist (Klavierwerke, vier Sinfonien, Ouvertüren, Kammermusik und Vokalwerke); 1843 am Leipziger Konservatorium, 1844 Chorleiter in Dresden, seit 1850 Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf.
Rudolf Tyrold Rudolf Tyrold (1848-1929),
Schauspieler, 1870 in Olmütz, später in Brünn, 1884-1888 am Burgtheater, 1898-1902 am Wiener Deutschen Volkstheater, 1884-1887 Professor an der Schauspielschule des Wiener Konservatoriums.
Rudolf Ritter von Weyr Rudolf Ritter von (seit 1911) Weyr (1847-1914),
österreichischer Bildhauer, schuf zahlreiche bauplastischer Arbeiten sowie Denkmäler („Brahmsdenkmal“, 1908) und Brunnen („Macht zur See“ am Toreingang zur neuen Wiener Hofburg, 1895).
Alfred Zoff Alfred Zoff (1832-1927),
österreichischer Landschaftsmaler, erzielte vor allem bei der Darstellung seiner Gebirgs- und Meereslandschaften durch weite Horizonte und vibrierende Luftperspektiven eine starke Tiefenwirkung; Zeichnungen und Holzschnitte für zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a. für das „Kronprinzenwerk“ des Erzherzogs Rudolf von Österreich „Die österreichische Monarchie in Wort und Bild“, Bd. 6 „Kärnthen und Krain“ (1991, Reprint 1999).

Militär, Widerstand

Robert Bernardis Robert Bernardis (1908-1944),
seit Winter 1943 Oberstleutnant im Generalstab; einziger österreichischer Offizier mit führender Position im Widerstand; seit Frühjahr 1944 in alle Umsturzpläne um Claus Graf Schenk von Stauffenberg eingeweiht, sollte im Wehrkreis XVII (Wien) den Umsturz vorbereiten, übernahm am 20. Juli 1944 die Weitergabe der „Walküre“-Befehle an die Wehrkreiskommandos, die den Aufstand des Ersatzheeres einleiten sollten; am 8. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Hermann Kaiser Hermann Kaiser (1885-1945),
Studienrat in Wiesbaden, seit 1941 Kriegstagebuchführer im Stab des Befehlshabers des Ersatzheeres Generaloberst Friedrich Fromm, aktive Beteiligung am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944, in Berlin-Plötzensee hingerichtet.
Karl Mauß Karl Mauß (1898-1959),
Zahnarzt, Generalleutnant und Divisionskommandeur, höchstdekorierter Burschenschafter im Zweiten Weltkrieg (Schwerter und Brillanten zum Ritterkreuz), Retter tausender Frauen und Kinder aus Danzig und Ostpreußen zu den Schiffen.
Karl Sack Karl Sack (1896-1945),
Jurist, ab 1942 „Chefrichter des Heeres“, an allen Plänen des militärischen Widerstands maßgebend beteiligt, kurzfristig als Justizminister einer zivilen Regierung vorgesehen, aktive Beteiligung am Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944, hingerichtet im KZ Flossenbürg.
Otto Skorzeny Otto Skorzeny (1908-1975),
österreichischer SS-Offizier, im Zweiten Weltkrieg mehrfach Leiter spektakulärer Kommandounternehmen (1943 Befreiung Mussolinis im Gran Sasso, 1944 Festnahme der ungarischen Regierung unter Staatschef Horthy und bei der Ardennen-Offensive Kommandant einer hinter der Front operierenden englischsprachigen Einheit in US-Uniformen); Juli 1944 an der Niederschlagung des Widerstands um Stauffenberg beteiligt; nach dem Krieg Generalbeauftragter der österreichischen Vöest-Alpine in Spanien.

Studentika - Historische Dokumente der Burschenschaften

Zu unserem heutigen Engagement gehört auch die Sammlung und Wahrung studentenhistorischer und burschenschaftlicher Dokumente. Hierfür wurden das Archiv und die Bücherei der deutschen Burschenschaften eingerichtet. Auf den nachstehenden Seiten möchten wir Ihnen daher verschiedene Studentika zum Herunterladen bzw. Betrachten anbieten; dabei handelt es sich um unveröffentlichte und einmalige Dokumente.

Bilder aus dem Stammbuch Julius Ostendorf, Halle 1841/42

Julius Ostendorf (1823-1877) war 1840 stud. theol. et phil. in Bonn, wo er der Guestphalia beitrat; im SS 1841 ging er nach Halle und wurde Mitglied der Alemannia, 1842/43 Einjährig-Freiwilliger beim 32. Infanterie-Regiment, SS 1843 in Berlin, 1848 Mitglied der deutschen Nationalversammlung in Frankfurt am Main („Reichsprimaner“), 1849 Mitglied des Gothaer Nachparlaments, 1852 Realschuldirektor in Lippstadt, 1872 in Düsseldorf, 1873 Mitglied der preuß. Schulkonferenz in Berlin, 1875-1876 Mitglied des preuß. Abgeordnetenhauses; Ostendorf trat als pädagogischer Schriftsteller hervor, er ist der Namensgeber des städtischen Gymnasiums in Lippstadt.

Ostendorf, Julius
Ostendorf, Julius
Achenbach, Julius
Achenbach, Julius
Bonne, Eduard Heinrich
Bonne, Eduard Heinrich
Brewitt, Otto
Brewitt, Otto
Claus, Friedrich Theodor
Claus, Friedrich Theodor
Ebmeier, Emil
Ebmeier, Emil
Friedrich, Heinrich Wilhelm Theodor
Friedrich, Heinrich Wilhelm Theodor
Fromm, August Eduard Adolf
Fromm, August Eduard Adolf
Günther, Friedrich Anton August
Günther, Friedrich Anton August
Heise, Albert August Friedrich Karl
Heise, Albert August Friedrich Karl
Hertel, Bernhard
Hertel, Bernhard
Kessler, Eduard
Kessler, Eduard
Markurt, Wilhelm
Markurt, Wilhelm
Masberg, Karl Theodor Heinrich
Masberg, Karl Theodor Heinrich
Teppe, Ernst Wilhelm Hermann
Teppe, Ernst Wilhelm Hermann
Sachse, Karl Ludwig Heinrich
Sachse, Karl Ludwig Heinrich
Springorum, Karl
Springorum, Karl
Steudener, Arnold Siegmund Ernst / Hermann Richard Ernst
Steudener, Arnold Siegmund Ernst
oder
Hermann Richard Ernst
Thilo, Christfried Bernhard / Friedrich Adolf Waldemar
Thilo, Christfried Bernhard
oder
Friedrich Adolf Waldemar

Quellen und Literatur zu Ostendorf und den Abgebildeten

Lönnecker, Harald (Bearb.): Die Mitglieder der Halleschen Burschenschaft 1814-ca. 1850, in: Cerwinka, Günter/Kaupp, Peter/Lönnecker, Harald/Oldenhage, Klaus (Hg.): 200 Jahre burschenschaftliche Geschichte. Von Friedrich Ludwig Jahn zum Linzer Burschenschafterturm. Ausgewählte Darstellungen und Quellen (Darstellungen und Quellen zur Geschichte der deutschen Einheitsbewegung im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert, Bd. 16), Heidelberg 2008, S. 82-311

Internationales Verzeichnis von Stammbüchern und Stammbuchfragmenten in öffentlichen und privaten Sammlungen, Internet: https://raa.gf-franken.de.

Stammbuch Deibel, Halle 1774-1777

Bei den Abbildungen handelt es sich um ausgewählte Blätter aus dem „Stammbuch Deibel“ aus Halle 1774-1777. Stammbücher sind nicht nur wegen ihrer Gestaltung und Ästhetik interessant, sondern weil sich an ihnen Bekanntschaften und Freundschaften nachweisen lassen, die als Netzwerke im Leben der späteren Akademiker noch wirkungsmächtig werden konnten.

Cornelius-relegatus-Motiv, um 1775
Cornelius-relegatus-Motiv, um 1775
Festkommers mit „Landesvater“, Widmung August Buchholt, Halle, 6. April 1776
Festkommers mit "„Landesvater“, Widmung August Buchholt, Halle, 6. April 1776
Widmung C. A. Brakenhausen, Halle, 30. September 1774
Widmung C. A. Brakenhausen, Halle, 30. September 1774
Widmung C. H. S. Steinhart, Halle, 20. Oktober 1775
Widmung C. H. S. Steinhart, Halle, 20. Oktober 1775
Widmung I. A. Hopman, Halle, 22. März 1777
Widmung I. A. Hopman, Halle, 22. März 1777
Widmung J. F. Scheffer, Halle, 24. November 1776
Widmung J. F. Scheffer, Halle, 24. November 1776
Widmung J. F. Sieburg, Halle, 3. März 1777
Widmung J. F. Sieburg, Halle, 3. März 1777
Widmung J. G. Ruhnecke, Halle, 7. Juli 1776
Widmung J. G. Ruhnecke, Halle, 7. Juli 1776
Nächtliche Schlittenfahrt der Studenten auf dem Marktplatz, Halle, um 1775
Nächtliche Schlittenfahrt der Studenten auf dem Marktplatz, Halle, um 1775

Weiterführende Hinweise

Internationales Verzeichnis von Stammbüchern und Stammbuchfragmenten in öffentlichen und privaten Sammlungen, Internet: https://raa.gf-franken.de.

Stammbuchblätter aus Jena um 1770

Sammlung von vier Stammbuchblättern aus Jena um 1770; sie zeigen die Ankunft und die Abreise des Jenaer Studenten, einen „Skandal“ auf dem Jenaer Marktplatz und die „Bierdörfer“ Zwätzen und Ketschau.

Stammbuch aus Jena 1
Stammbuch aus Jena 2
Stammbuch aus Jena 3
Stammbuch aus Jena 4

Weiterführende Hinweise

Internationales Verzeichnis von Stammbüchern und Stammbuchfragmenten in öffentlichen und privaten Sammlungen, Internet: https://raa.gf-franken.de.

Blätter aus dem Stammbuch von August Jacob Wilhelm Vogt

Die meisten Studenten hatten vor dem Aufkommen der Photographie ein persönliches Stammbuch, was man heute als Poesialbum bezeichnen würde. In dieses kleine Büchlein konnten sich befreundete Studenten eintragen sowie Grüße und Wünsche verewigen. Bei den nachstehenden Abbildungen handelt es sich um Blätter aus dem Stammbuch von August Jacob Wilhelm Vogt, geboren 1796 in (Bad) Berka.

Kunstmann, Ludwig Karl
Kunstmann, Ludwig Karl, aus Ebersdorf/Thür., 27.10.1812 stud. med. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer und einer der gewählten Vorsteher der Jenaischen Burschenschaft
Volkening, Johann Heinrich
Volkening, Johann Heinrich (1796-1877), aus Hille b. Minden/Westf., 9.05.1816 stud. theol. in Jena
und Mitglied der Burschenschaft, 13.04.1818 in Halle imm. und Mitglied der Teutonia;
Pfarrer in Jöllenbeck, bedeutender Vertreter des Neupietismus
Hermann, Gottlieb Karl
Hermann, Gottlieb Karl (1793-1858), aus Salzungen/Thür., 24.04.1815 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft, 1815/16 Mitglied in deren Ausschuß;
Konsistorialrat und Superintendent in Hildburghausen
Barth, Carl
Barth, Carl, aus Frankenhausen/Thür., 1.11.1816 stud. iur. in Jena und Mitglied der Burschenschaft
Buzer, Philipp 1
Buzer, Philipp 2
Buzer, Philipp (1794-1863), aus Meiningen, 29.11.1814 in Jena und Mitglied der Landsmannschaft Franconia,
vorher in Tübingen und Mitglied der Landsmannschaft Suevia, 12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft
und Kandidat des Ausschusses; Pfarrer in Altluneberg b. Bremen
Scheler, Johann Friedrich Ferdinand
Scheler, Johann Friedrich Ferdinand (* 1796), aus Coburg, 18.04.1817 stud. iur. in Jena
und Mitglied der Burschenschaft, vorher in Göttingen
Gebhardi, Heinrich Carl
Gebhardi, Heinrich Carl (1794-1879), aus Stralsund, 7.09.1813 stud. theol. in Greifswald und
Mitglied der Landsmannschaft Sueco-Pommerania, 9.04.1815 in Heidelberg und Mitglied der Burschenschaft
bzw. der Teutonia, 30.10.1816 in Jena und Mitglied der Burschenschaft, 1817 Vorsteher,
Teilnehmer am Wartburgfest, „die Stütze der Burschenschaft“; Pfarrer in Trantow b. Loitz
Thiem, Friedrich Wilhelm Bernhard
Thiem, Friedrich Wilhelm Bernhard (* 1799), aus Ilmenau, 7.04.1817 stud. med. in Jena
und Mitglied der Burschenschaft, 1819/20 in Bonn und dort Mitglied der Burschenschaft, dann wieder in Jena
und Mitglied des Corps Saxonia; Dr. med., Arzt in Ilmenau
Wülcknitz, Otto Rudolf
Wülcknitz, Otto Rudolf von (* 1794), aus Berlin, 26.03.1812 stud. iur. in Berlin und
Mitglied der Landsmannschaft Marchia, 17.10.1814 in Halle, 1815 in Jena, aber nicht immatrikuliert,
12. 6. 1815 Mitgründer der Burschenschaft und Kandidat des Vorsteherkollegiums,
26.10.1815 in Heidelberg und Mitglied der Burschenschaft; Kammergerichtsrat in Berlin
Neithart, Ferdinand Heinrich
Neithart, Ferdinand Heinrich, aus Ebersdorf/Thür., 2.05.1812 stud. theol. in Jena und
Mitglied der Landsmannschaft Thuringia, vielleicht auch der Curonia, 12. 6. 1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft
und Mitglied des Ausschusses, 18.01.1816 Fahnenträger beim Friedensfest
Steinert, Ernst Andreas
Steinert, Ernst Andreas (* 1791), aus Braunsroda/Thür., 7.06.1815 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft
Straubel, Wilhelm Theodor Bernhard
Straubel, Wilhelm Theodor Bernhard (1799-1828), aus Rudolstadt, 12.04.1818 stud. med. in Würzburg,
27.06.1818 dort Mitgründer der Burschenschaft Germania, 29.10.1819 stud. med.,
dann theol. in Jena und Mitglied der Jenaischen Burschenschaft;
Kollaborator im fürstl. Schwarzburg. Hof- und Staatsministerium in Rudolstadt
Koch, Johann Nikolaus
Koch, Johann Nikolaus (1793-1850), aus Pfersdorf/Thür., 23.10.1812 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Burschenschaft und Mitglied des Ausschusses; Pfarrer in Gellershausen
Rein, Karl Christian Friedrich
Rein, Karl Christian Friedrich (* 1796), aus Molsdorf/Thür., 15.05.1816 stud. theol. et phil. in Jena
und Mitglied der Burschenschaft, 1817 Mitglied des Ausschusses, Teilnehmer am Wartburgfest
Neithardt, Eduard
Neithardt, Eduard († 1868), aus Ebersdorf/Thür., 5.04.1812 stud. theol. in Jena
und Mitglied der Landsmannschaft Thuringia, vorher in Dorpat und Heidelberg, 12.06.1815 Mitgründer der
Jenaischen Burschenschaft und einer ihrer neun gewählten Vorsteher,
1816 Schreiber der Burschenschaft; Sekretär des Kurländischen Praestanden-Kollegiums.
Siegel, Johann Georg
Siegel, Johann Georg (1799-1829), aus Meiningen, 24.10.1814 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft; Pfarrer in Herpf/Thür.
Sachse, Wilhelm Karl
Sachse, Wilhelm Karl (1795-1853), aus Orlishausen/Thür., 21.11.1813 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Burschenschaft, 1816/17 Mitglied des Ausschusses; Pfarrer in Orlishausen
Boettger, Gustav Christian
Boettger, Gustav Christian (1795-1858), aus Eisenach, 25.10.1814 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Burschenschaft; Pfarrer in Wenigenlupnitz/Thür
Langmasius, Justinus Friedrich
Langmasius, Justinus Friedrich gen. Fritz (1795-1820), aus Unterellen/Thür.,
25.10.1815 stud. theol. in Jena und Mitglied der Burschenschaft, 1816/17 Mitglied des Ausschusses,
1817 Vorsteher und Teilnehmer am Wartburgfest,
Mitglied des innerhalb der Burschenschaft bestehenden „Ordens der Schwarzen Brüder“
Ulmann, Karl Christian 1
Ulmann, Karl Christian 2
Ulmann, Karl Christian (1793-1871), aus Riga, 1810 stud. theol. in Dorpat,
7.11.1815 in Jena und Mitglied der Burschenschaft; Professor der praktischen Theologie
an der Universität Dorpat, 1839 deren Rektor, Bischof, Vizepräsident des Ev.-luth. Konsistoriums
in St. Petersburg, bedeutender Philologe (lettisches Wörterbuch)
Dullo, Wilhelm Hermann
Dullo, Wilhelm Hermann (1792-1831), aus Kabillen/Kurland, 1811 stud. theol. in Dorpat,
11.10.1814 in Heidelberg und Mitglied der Landsmannschaft Curonia, 7.12.1814 in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft, Mitglied des Ausschusses,
1816 Organisator eines Kongresses in Deutschland studierender Deutscher aus Rußland,
Dr. phil.; Pfarrer in Kabillen
Dietz, Valentin
Dietz, Valentin (* 1797), aus Dreißigacker/Thür., 16.07.1813 stud. theol. in Tübingen und
Mitglied der Landsmannschaft Suevia, 23.11.1814 in Jena und Mitglied der Landsmannschaft Franconia,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft
Schneider, Johann 1
Schneider, Johann 2
Schneider, Johann (1792-1853), aus Mühlbach/Siebenbürgen, 29.11.1814 stud. theol. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft; Rektor in Mühlbach
Frank, Christian Friedrich August
Frank, Christian Friedrich August (* 1793), aus Eschenbergen/Thür., 28.04.1815 stud. iur. in Jena,
12.06.1815 Mitgründer der Jenaischen Burschenschaft, 1816/17 Mitglied des Ausschusses,
Mitglied des innerhalb der Burschenschaft bestehenden „Ordens der Schwarzen Brüder“
Heygendorff, Carl Wolfgang von
Heygendorff, Carl Wolfgang von (1806-1895), illegitimer Sohn Großherzogs Karl August
von Sachsen-Weimar-Eisenach und der Schauspielerin Henriette Karoline Friederike Jagemann
(1809 als „von Heygendorff“ geadelt); sächsischer Generalmajor

Weiterführende Hinweise und Literatur

Kaupp, Peter: Stamm-Buch der Jenaischen Burschenschaft. Die Mitglieder der Urburschenschaft 1815-1819, Köln 2005 (zugleich Jahresgabe 2005/06 der Gesellschaft für burschenschaftliche Geschichtsforschung e. V. (GfbG); Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen, Band 14).

Internationales Verzeichnis von Stammbüchern und Stammbuchfragmenten in öffentlichen und privaten Sammlungen, Internet: https://raa.gf-franken.de.

Bildmaterial zum Hambacher Fest 1832 - 2007

Das Hambacher Fest vom 27./28. Mai 1832 war die größte und bedeutendste demokratische Volksversammlung des Vormärz, die erste politische Massenveranstaltung in Deutschland, der Höhepunkt einer breiten Bewegung in den deutschen Staaten, die erstmalige massenhafte Vertretung nationaler, radikaler republikanischer Forderungen und mit dem Preß- und Vaterlandsverein der erste Versuch des Aufbaus einer organisierten Partei sowie die erste Formulierung und Proklamation der Grundrechte des deutschen Volkes. Das Einzigartige und bis dahin noch nie Dagewesene hat Wirkung und Sprengkraft über das Jahrhundert hinaus. Die Burschenschaft war daran führend beteiligt. Bereits Zeitgenossen sahen im Hambacher Fest die Fortsetzung des burschenschaftlichen Wartburgfestes, was auf der Wartburg 1817 die Studenten, das habe in Hambach das ganze Volk geschworen.

Denker-Club
Denker-Club, um 1825
Logo der 150-Jahr-Feier
Logo der 150-Jahr-Feier des Hambacher Festes, 1982
Briefmarke
Briefmarke der Deutschen Bundespost zur 150-Jahr-Feier des Hambacher Festes, 1982
Band des Burschenschafters Karl Schiffer
Band des Burschenschafters Karl Schiffer aus Kleinkarlbach, getragen auf dem Hambacher Fest
Fahne
Auf dem Hambacher Fest mitgeführte Fahne, 1832
Tage des Jahres 1830
Die denkwürdigsten Tage des Jahres 1830, zumeist zur französischen Revolution,
jedoch unten rechts: Aufstand in Warschau
Johann Georg August Wirth
Johann Georg August Wirth (1798-1848)
Philipp Jakob Siebenpfeiffer
Philipp Jakob Siebenpfeiffer (1789-1845)
Empfang
Empfang der „ersten Abtheilung polnischer Helden“
vor dem Gemeindehaus in Neustadt a. d. Haardt, abends 19. Januar 1832
Deutschlands Pflichten
Johann Georg August Wirth: Deutschlands Pflichten,
Aufruf zur Gründung des Preßvereins, Homburg, 3. Februar 1832
Programm für das Maifest
Programm für das Maifest, 27. Mai 1832
Zug zum Hambacher Schloss 1
Zug zum Hambacher Schloss, 27. Mai 1832
Zug zum Hambacher Schloss 2
Zug zum Hambacher Schloss, 27. Mai 1832
Zug zum Hambacher Schloss 3
Zug zum Hambacher Schloss, 27. Mai 1832
Zug zum Hambacher Schloss 4
Zug zum Hambacher Schloss, 27. Mai 1832
Fest vor dem Hambacher Schloss
Fest vor dem Hambacher Schloss, 27. Mai 1832
Redner auf dem Hambacher Fest
Redner auf dem Hambacher Fest, 27. Mai 1832
Das Schießhaus vor Neustadt
Das Schießhaus vor Neustadt a. d. Haardt
Hambacher Taschentuch
Hambacher Taschentuch von Ferdinand Rudolph Hassler: in der Mitte der Zug auf das Hambacher Schloss,
umgeben von führenden Liberalen, in den Ecken allegorische Frauengestalten für Weisheit,
Tapferkeit, Besonnenheit und Gerechtigkeit; Leinenbatist, 74 x 74 cm, 1832
Wirth auf dem Hambacher Taschentuch
Wirth auf dem Hambacher Taschentuch
Wirths Festbeschreibung
Wirths Festbeschreibung: Das Nationalfest der Deutschen zu Hambach, Neustadt a. d. Haardt 1832

Schatzmarken

Der Deutsche Schulverein war 1880 durch sechs Burschenschafter gegründet worden und zählte sieben Jahre später bereits 120.000 Mitglieder. 1909 beschloss der Burschentag der seit 1907 in der Burschenschaft der Ostmark (BdO) zusammengeschlossenen österreichischen Burschenschaften die Schaffung eines „Wehrschatzes“ zur Unterstützung des Deutschen Schulvereins. Zu diesem Zweck wurden „Schatzmarken“ - auch „Wehrschatzmarken“ oder „Wehrmarken“ - herausgegeben und verkauft, die zusätzlich auf Briefe und Postkarten aufgeklebt werden konnten. Einige Burschenschaften gaben sogar spezielle Karten heraus, auf denen die Stelle für die Schatzmarken eigens gekennzeichnet war.

Kriegsfürsorgemarke
100 Jahre Burschenschaft (1815-1915) Kriegsfürsorgemarke
Bismarck Ehrengeschenk
Bismarck Ehrengeschenk
Burschenschaft der Ostmark (1912)
Burschenschaft der Ostmark (1912)
Burschenschaftsdenkmal
Burschenschaftsdenkmal
Theodor Körner
Theodor Körner
Theodor Körner
Theodor Körner
Salzburger Hochschulkurse
Salzburger Hochschulkurse
Salzburger Hochschulkurse
Salzburger Hochschulkurse
Salzburger Hochschulkurse
Salzburger Hochschulkurse

Brief August Ludwig von Rochaus, 1850

August Ludwig von Rochau (1810-1873), Mitglied der Burschenschaften Teutonia Göttingen und der Jenaischen Burschenschaft bzw. Germania Jena, 1833 beteiligt am Frankfurter Wachensturm, schreibt an Anna Schmidt, Ischl (Oberösterreich), 28. Juli 1850.

Brief August Ludwig von Rochaus 1
Brief August Ludwig von Rochaus 2
Brief August Ludwig von Rochaus 3

Brief (Textform) von August Ludwig von Rochau

Liebe Anna

Seit vier Tagen habe ich hier Halt gemacht um Briefe und sonst allerlei zu schreiben, aber bis heute bin ich kaum dazu gekommen die Feder anzusetzen. Es ist mir gar zu schlecht zu Muthe. Die künstlichen An- und Aufregungen mit denen ich mir eine Zeitlang geholfen, sind erschöpft, und ich nicht minder. Trüber Himmel und politisches Elend thun ein Uebriges um mich vollends niederzudrücken. Wie es enden wird, ich weiß es nicht, aber lange w¨hren kann dieser Zustand nicht mehr. Das ewige Ankommen und Abreisen ist mir tödtlich zuwider, und doch finde ich nirgends Ruhe und Rast. Auch hier brennt mir schon wieder der Boden unter den Füßen, und ich werde wohl schwerlich die noch übrigen sechs Tage meiner Miethzeit aushalten.

Wahrschein[lich] gehe ich zunächst nach München, und dorthin bitte ich Dich mir zu schreiben wie es Euch und dem Kind geht. Da sich mit der [Schwieger]Mutter über diesen Punkt nicht reden läßt, so thue Du mir den Gefallen das Kostgeld für die Kleine zu bestimmen. Im nächsten Absatz regelt v. Rochau im einzelnen, wie die anfallenden Kosten aus seinem Vermügen beglichen werden sollen. Die Regelung dieser kleinen Angelegenheit wird wenigstens einen, wenn auch noch so unbedeutenden Grund der Beunruhigung für mich beseitigen, und ich rechne deshalb darauf, daß Du mich nicht vergeblich bitten lassen wirst.

Die Badekur die Du zu machen beabsichtigtest wird hoffentlich ausgeführt und Dir gut bekommen sein. Es war auch meine Absicht Wasser zu trinken, ich werde sie aber wohl nicht mehr durchsetzen. Wozu auch; das Wasser thut's bei mir wahrhaftig nicht.

Mit herzlichen Grüßen an die Mutter und an Hayms

Dein
Aug. Rochau

pdf Brief von August Ludwig von Rochau (1810-1873)
an Anna Schmidt, Ischl (Oberösterreich), 28. Juli 1850
Brief im Original, Textform und zusätzliche Angaben
PDF-Dokument

Handschriften der Mitglieder der Abgeordneten-Versammlung zu Schwerin

Quelle: Archiv und Bücherei der deutschen Burschenschaften

Die beiden Großherzogtümer Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz bleiben das ganze 19. Jahrhundert hindurch Ständestaaten, in denen sich Landesherr, Ritterschaft und Städte die Macht teilen. Beide Mecklenburg haben einen gemeinsamen Landtag. Mit der Märzrevolution 1848 entstehen Reformvereine, am 31. Oktober 1848 tritt in Schwerin eine gesamtmecklenburgische Abgeordnetenversammlung zusammen, die eine neue Verfassung berät und beschließt. Das neue, eine konstitutionelle Monarchie schaffende Staatsgrundgesetz wird am 3. August 1849 angenommen und der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin setzt es in Kraft. Dem widersprechen der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, die Ritterschaft sowie die Seestädte Rostock und Wismar. Nach Streitigkeiten stellt der Freienwalder Schiedsspruch 1850 fest, dass das Staatsgrundgesetz ungültig, die Stündeverfassung aber noch gültig sei. Der Jenaer Burschenschafter, Dichter und Schriftsteller Fritz Reuter kommentiert das: „Allens bliwwt bi'n Ollen.“

Mitglied der Abgeordnetenversammlung bzw. des Landtags war 1848/49 für den 3. Wahlbezirk Alt-Strelitz auch Reuters Lehrer am Gymnasium in Friedland, der Pastor an der dortigen Marienkirche Heinrich Arminius Riemann (1793-1872). Er war 1815/16 Mitgründer, Vorstandsmitglied und Sprecher der Jenaer Urburschenschaft, 1817 Mitglied des Festausschusses und Hauptredner des Wartburgfestes sowie Mitverfasser der „Grundsätze und Beschlüsse des 18. October“: „Ein Deutschland ist, und ein Deutschland soll sein und bleiben ...“ 1818 war Riemann Mitgründer der Allgemeinen Deutschen Burschenschaft, der ersten gesamtdeutschen Organisation der deutschen Nationalbewegung.

Seit 1819 wurde Riemann mehrfach politisch verfolgt. Als Abgeordneter legte Riemann ein Album an, in das sich zahlreiche seiner Kollegen eintrugen und das einen Eindruck der damaligen politischen Stimmung vermittelt. Eine Auswahl wird hier erstmals veröffentlicht.

Handschriften 1
Widmung:
Was weiter wirdt noch harren wir,
doch wird's die Freiheit werden,
die Freiheit dort, die Freiheit hier,
die Freiheit jetzt und für und für,
die Freiheit rings auf Erden.
Schwerin, den 22. August 1849
Ihr Freund Schlüns
Handschriften 2
Widmung:
Der Wahnsinn der Reaction beschleunigt den Gang unsrer Entwicklung;
ihre Verblendung ist unsre Zukunft.
Schwerin, den 22sten August 1849
Zur Erinnerung an Ihren L. Roloff
Abg(eordneter). des 4ten Strel(itzer). Wahlbez(irks).
Handschriften 3
Widmung:
Democrat! - bis an den letzten Pfaffendarm
der letzte Junker hängt oder
Nachtwächter - mit der Schlafmütze. -
Die Wahl ist nicht schwer.
Schwerin, d. 22. Aug. 1849
Abgeordneter Dr. Raber
Anmerkung: Raber war ehemaliger Burschenschafter. Siehe auch: Otto Ringel, Dr. Ernst Raber. Ein Armenarzt und Demokrat aus Mecklenburg, in: Vorträge zur mecklenburgischen Familienforschung, hrsg. v. Landesarbeitskreis Familien- und Personengeschichte im Landesheimatverband Mecklenburg-Vorpommern e. V., H. 9 (2000), S. 1-11.
Handschriften 4
Widmung:
Treue dem Volke und Entschlossenheit werden die Sache der Freiheit zum Triumpfe führen. Dächten alle Deutsche wie Sie, treuer Kämpe, wir wären schon weiter; daß wir zum Ziele kommen, ist gewiß und haben wir gesiegt, dann soll das Volk auch glücklich werden! Reinigen wir unsere Sache zunächst von Verräthern; der Läuterungsprozeß hat begonnen, ist er beendet, sind die Halben vernichtet, dann wird die Sonne der Freiheit aus den Nebeln aufgehen. Denken Sie oft an die schönen und trüben Tage, die wir durchlebt haben zurück und behalten Sie in Erinnerung Ihren
C. L. F. Pohle
Mitglied der constituirenden Versammlung
für den 4. Schweriner Wahlbezirk
Anmerkung: Pohle ist der Verfasser von „Die Noth des Mecklenburgischen Handwerksstandes“, 1848.
Handschriften 5
Widmung:
Zur Erinnerung an die in Schwerin während des Landtags 1848/1849 erläbten freudigen sowie trüben Stunden von deinem Freund
dem Bädermeister F. Deppen aus Dossow
derzeitiger Abgeordneter in Schwerin
Handschriften 6
Widmung:
Es müßen noch viele Männer in den reiferen Jahren, und in tüchtiger Schule des Lebens gebildet, sich des armen deutschen Vaterlandes annehmen, wenn seine Regeneration gelingen soll.
Schriebs zur freundlichen Erinnerung
Jördensdorf, d. 28. August 1849
Th. Reuter

Armbinde, getragen in der Revolution 1848/49 in Marburg an der Lahn

Nach Recherchen gibt es von diesen Armbinden heute nur noch drei nachgewiesene Exemplare: im Deutschen Historischen Museum in Berlin, in der Erinnerungsstätte der deutschen Freiheitsbewegungen im Rastatter Schloss und im Archiv der deutschen Burschenschaften.

Armbinde

Burschenbänder, Fuxenbänder und Freundschaftsbänder

Burschenbänder, Fuxenbänder und Freundschaftsbänder unter anderem aus dem Nachlass der Brüder von Gagern, ein Freundschaftsband vom Wartburgfest 1848 aus dem Nachlass Dieckmann sowie ein Festband der Burschenschaft Normannia zu Leipzig, getragen aus Anlass der 500-Jahr-Feier der Leipziger Universität im Sommer 1909.

Band Gagern
Band: Schwarz-rot-gold
Aus dem Nachlass der Brüder von Gagern, vielleicht Heidelberg: Friedrich v. G. (1794–1848), Teutonia Heidelberg 1814, Mitgründer der Heidelberger Burschenschaft 1817, Heinrich v. G. (1799–1880), Teutonia Heidelberg 1815, Jenaische Burschenschaft 1817, und Maximilian v. G. (1810–1889), Heidelberger Burschenschaft 1826.
Freundschaftsband
Freundschaftsband vom Wartburgfest 1848 aus dem Nachlass Dieckmann (Hercynia Göttingen, nach 1845): schwarz-rot-gold = Fürstental Halle, blau-weiß-gold = Teutonia Jena, orange-weiß-orange = Palaio-Marchia Halle (Fuchsband), schwarz-blau = Normannia Berlin.
Band Schiffer
Band: Schwarz-gold-rot, getragen von Karl Schiffer aus Klein-Karlebach (Kleinkarlbach) beim Hambacher Fest am 27. Mai 1832.
Band Schiffer
Band: Rot-weiß-grün, Burschenschaft Normannia zu Leipzig, Festband aus Anlass der 500-Jahr-Feier der Leipziger Universität im Sommer 1909.
Band Sailer
Band: Gelb-weiß-schwarz, getragen von Friedrich Sailer (1821–1876), Allemannia Tübingen 1844–1847.
Band Reimold
Band: Schwarz-gold-schwarz, violett-weiß-gold, getragen von W. Reimold, Uttenruthia Erlangen, Burschenschaft auf dem Pflug Halle, nach 18. Mai 1859.
Band Moser
Band: Rot-schwarz-blau, getragen von Johannes Moser (1789–1871), SS 1809 in Altdorf, SS 1810 in Heidelberg, SS 1811 in Tübingen im Stift, dort Mitglied der Romantica.

Silhouetten aus dem Album Johann Karl Trebitz, Jena 1836-1840

Schwan, Heinrich Christian

Schwan, Heinrich Christian

Geboren am 5. April 1819 in Horneburg in Hannover, gestorben am 29. Mai 1905 in Cleveland, Ohio/USA, stud. theol., 1838 bis 1840 Jenaische Burschenschaft, dann Burschenschaft auf dem Fürstenkeller, deren Wahlspruch „Frei in der Form!“ er prägte; vorher in Göttingen, 1842 Abschluss des Studiums.

Er war „ein kleiner, kurzer, untersetzter Mann, mit roten vollen Backen, auf denen einige Zeit hindurch ein schöner hellblonder Backenbart prangte, und mit kleinen blaugrünlichen Augen, aus denen schelmische Gutmütigkeit hervorblitzte. Dieser deutsche Jüngling hatte nun zwar keinen Schandrachen [...], aber dennoch eine infame Räsonnierschnauze, die, wie der Hinterteil eines Huhns, den ganzen Tag nicht stille stand.“ Friedrich Wilhelm Demelius (1806–1874) nennt ihn „zwar klein doch gescheidt, reich an mancher Spitzfindigkeit“. Ein Kommilitone, der Burgkeller-Burschenschafter Ottomar Domrich, beschreibt Schwan als „geschmeidig, liebenswürdig, im Umgang von gefälligen Formen“.

Schwan wurde am 13. September 1843 ordiniert und war seit Ende 1843 Missionar in Bahia in Brasilien. Dort verheiratete er sich am 4. April 1849 mit Matilda Edmunde Blume (1828–1915). 1850 wurde Schwan Prediger in Black Jack, Missouri/USA, 1851 bis 1881 war er Pastor an der lutherischen Zion-Kirche in Cleveland, Ohio/USA, trat dann zurück und war bis zu seinem Tode stellvertretender Pastor. 1854 bis 1857 war Schwan Vizepräsident, 1860 bis 1878 Präsident des Central District der lutherischen Kirche, 1854 bis 1857 und 1860 bis 1878 Mitglied des Board of Control des Synod’s Fort Wayne College, 1860 bis 1878 Mitglied der Prüfungskommission des College. 1856/57 und 1859 fungierte Schwan als Sekretär der Lutheran Free Conference, 1857 bis 1860 war er Vizepräsident, 1878 bis 1899 Präsident der lutherischen Synode von Missouri, 1875 zudem Vizepräsident der Synodalkonferenz. 1893 verlieh das evangelisch-lutherische Seminar der norwegischen lutherischen Kirche in Oslo Schwan die Würde eines theologischen Ehrendoktors.

Schwan veröffentlichte 1862 „32 Theses against Unevangelical Practice“ und ist der Herausgeber des Katechismus von 1896, der für die lutherischen Kirchen in den USA bis in die Gegenwart grundlegend ist. Am 24. Dezember 1851 stellte er als erster Pastor in den USA einen Weihnachtsbaum in der Zion-Kirche in Cleveland auf: „Schwan helped to popularize this practice in America“, er gilt als „father of the christmas tree“ in den USA.

Marschall, Friedrich Wilhelm Leopold

Marschall, Friedrich Wilhelm Leopold

Geboren am 20. Oktober 1820 in Eisleben, preuß. Reg.-Bez. Merseburg, gestorben am 20. November 1843 ebd., stud. iur. et cameral., 1838 bis 1841 Jenaische Burschenschaft, dann Burschenschaft auf dem Fürstenkeller. 1840 oder 1841 war er auch Mitglied der Halleschen Burschenschaft. Marschall wurde in der Burschenschaft „Uestier“ genannt. Am 28. Januar 1841 war er am Bierstaatenauszug nach Wöllnitz beteiligt.

Friedrich Wilhelm Demelius (1806-1874) beschreibt ihn als sehr stolz und einen guten Redner:

Marschall, stolz das Haupt erhoben,
Blickt voll Majestät nach oben;
Seiner Rede mächt'ger Schwall
Rauschet wie ein Wasserfall.

Nach seinem Examen ging Marschall als Referendar nach Eisleben zurück, wo er bald darauf erkrankte, wahrscheinlich an der Schwindsucht. Er starb im Alter von 23 Jahren.

Grußtelegramm von Reichspräsident von Hindenburg (Berlin, am 24. Mai 1933)

Aus Anlass des Burschentages im Jahre 1933 hatte Reichspräsident von Hindenburg der Deutschen Burschenschaft ein Grußtelegramm übermitteln lassen: „Der Reichspräsident an die Deutsche Burschenschaft - Möge der Geist echt vaterländischer Gesinnung und entschlossener Wehrhaftigkeit, den die Deutsche Burschenschaft stets gepflegt hat, auch weiterhin ihre Gedanken und ihre Arbeit beseelen“.

pdf Grußtelegramm
von Reichspräsident von Hindenburg
PDF-Dokument

Couleurbilder von Georg Mühlberg, um 1900

Der Genremaler und Illustrator Georg Mühlberg (1863-1925) schuf u.a. einen Zyklus von Bildern, die die Studentenschaft zum Gegenstand haben. Allerdings zeigt er das Studentenleben im und am Ende des 19. Jahrhunderts nicht so, wie es war, sondern idealisierte es. Zur großen Beliebtheit der Bilder trug vor allem ihre weite Verbreitung durch die Verwendung als Postkartenmotive bei.

Auf die Mensur
Serie 1 (Bild-Nr. 1): „Auf die Mensur“
Cantus
Serie 1 (Bild-Nr. 2): „Cantus“
Prosit
Serie 1 (Bild-Nr. 3): „Prosit“
Renommierbummel
Serie 1 (Bild-Nr. 4): „Renommierbummel“
Bierduell
Serie 2 (Bild-Nr. 1): „Bierduell“
Der Herr Paukant
Serie 2 (Bild-Nr. 2): „Der Herr Paukant“
Die Herren Chargierten
Serie 2 (Bild-Nr. 3): „Die Herren Chargierten“
Ein flotter Bursche
Serie 2 (Bild-Nr. 4): „Ein flotter Bursche“
Rezeption
Serie 2 (Bild-Nr. 5): „Rezeption“
Ein Prosit
Serie 3 (Bild-Nr. 1): „Ein Prosit“
Im ersten Semester
Serie 3 (Bild-Nr. 2): „Im ersten Semester“
Landesvater
Serie 3 (Bild-Nr. 3): „Landesvater“
Couleurdiener beim Speereinziehen
Serie 4 (Bild-Nr. 1): „Couleurdiener beim Speereinziehen“
Maibowle
Serie 4 (Bild-Nr. 2): „Maibowle“
Mensurkritik
Serie 4 (Bild-Nr. 3): „Mensurkritik“
Schmollis antragend
Serie 4 (Bild-Nr. 1): „Schmollis antragend“
Angetan hat's mir Dein Wein
Serie 5 (Bild-Nr. 1): „Angetan hat's mir Dein Wein“
Komm', wir wandeln zusammen im Mondschein
Serie 5 (Bild-Nr. 2): „Komm', wir wandeln zusammen im Mondschein“
Nun lebe wohl, du kleine Gasse
Serie 5 (Bild-Nr. 3): „Nun lebe wohl, du kleine Gasse“
O alte Burschenherrlichkeit
Serie 5 (Bild-Nr. 4): „O alte Burschenherrlichkeit“
Von allen Mädchen
Serie 5 (Bild-Nr. 5): „Von allen Mädchen“
Das Lieben bringt groß' Freud
Serie 6 (Bild-Nr. 1): „Das Lieben bringt groß' Freud“
Jetzt gang i ans Brünnele
Serie 6 (Bild-Nr. 2): „Jetzt gang i ans Brünnele“
Sah ein Knab' ein Röslein stehn
Serie 6 (Bild-Nr. 3): „Sah ein Knab' ein Röslein stehn“
Steh' ich in finstrer Mitternacht
Serie 6 (Bild-Nr. 4): „Steh' ich in finstrer Mitternacht“
Was hab' ich denn meinem Feinsliebchen getan
Serie 6 (Bild-Nr. 5): „Was hab' ich denn meinem Feinsliebchen getan“
Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang
Serie 6 (Bild-Nr. 6): „Wer nicht liebt Wein, Weib und Gesang“
Am Brunnen vor dem Tore
Serie 7 (Bild-Nr. 1): „Am Brunnen vor dem Tore“
Der Mai ist gekommen
Serie 7 (Bild-Nr. 2): „Der Mai ist gekommen“
Der Mond steht über dem Berge
Serie 7 (Bild-Nr. 3): „Der Mond steht über dem Berge“
Im wunderschönen Monat Mai
Serie 7 (Bild-Nr. 4): „Im wunderschönen Monat Mai“
In einem kühlen Grunde
Serie 7 (Bild-Nr. 5): „In einem kühlen Grunde“
Noch ist die blühende, goldene Zeit
Serie 7 (Bild-Nr. 6): „Noch ist die blühende, goldene Zeit“
Alt-Heidelberg, Du feine
Serie 8 (Bild-Nr. 1): „Alt-Heidelberg, Du feine“
Brüder lagert Euch im Kreise
Serie 8 (Bild-Nr. 2): „Brüder lagert Euch im Kreise“
Freut Euch des Lebens
Serie 8 (Bild-Nr. 3): „Freut Euch des Lebens“
Was die Welt morgen bringt
Serie 8 (Bild-Nr. 4): „Was die Welt morgen bringt“
Was klingt und singet die Straße herauf
Serie 8 (Bild-Nr. 5): „Was klingt und singet die Straße herauf“
Wohlauf, die Luft geht frisch und rein
Serie 8 (Bild-Nr. 6): „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“

ISIS - Encyclopädische Zeitung von 1817

Erster Zeitschriftenbericht über das Wartburgfest 1817: Es handelt sich um die Zeitschrift „ISIS - Encyclopädische Zeitung“, Nr. 195, November/Dezember 1817, herausgegeben von Lorenz Oken und den darin enthaltenen ersten Zeitschriftenbericht mit dem Titel „Der Studentenfrieden auf der Wartburg“. Darin enthalten ist eine Darstellung und Beschreibung der bei der Burschenfeier auf dem Wartenberg verbrannten Gegenstände.

pdf ISIS - Encyclopädische Zeitung
Erster Zeitschriftenbericht über das Wartburgfest
PDF-Dokument

Wartburgrede und Beschreibung des Wartburgfestes

Erste Beschreibung der Geschehnisse des Wartburgfestes 1817: Das Original enthält die Wartburgrede von Heinrich Arminius Riemann und eine Beschreibung des Wartburgfestes im Jahre 1817; mit Reden von Hofrat Johann Friedrich Fries; Beschreibung der Bücherverbrennung auf dem Wartenberge und Liste der verbrannten Bücher; auch enthalten die „Feuerrede“ von Ludwig Rödiger. Es handelt sich um die allererste Druckfassung der Wartburgrede.

pdf Wartburgrede
und Beschreibung des Wartburgfestes
PDF-Dokument

Couleurkarten aus der Sammlung von Herman Haupt

Es handelt sich um eine Sammlung im Archiv der deutschen Burschenschaften aus dem Nachlass des Geheimen Hofrats Prof. Dr. Herman Haupt (1854-1935), Direktor der Universitätsbibliothek in Gießen. Die Sammlung entstand etwa zwischen 1895/96 und 1932/33. Die hier rund 200 veröffentlichten Couleurkarten sind nach Motiven (Deutsche Burschenschaft bzw. Vereinigungen Alter Burschenschafter) sowie nach den damaligen Hochschulorten aufgelistet.

Aachen

Couleurkarte

Berlin

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Bonn

Couleurkarte

Braunschweig

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Breslau

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Brünn

Couleurkarte
Couleurkarte

Clausthal

Couleurkarte

Czernowitz

Couleurkarte

Danzig

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Darmstadt

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Dresden

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Erlangen

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Frankfurt am Main

Couleurkarte
Couleurkarte

Freiberg

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Freiburg

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Gießen

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Göttingen

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Graz

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Greifswald

Couleurkarte

Halle

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Hamburg

Couleurkarte
Couleurkarte

Hannover

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Hannoversch-Münden

Couleurkarte
Couleurkarte

Heidelberg

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Innsbruck

Couleurkarte
Couleurkarte

Jena

Couleurkarte

Karlsruhe

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Kiel

Couleurkarte

Köln

Couleurkarte

Königsberg

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Leipzig

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Leoben

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Marburg

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

München

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Münster

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Prag

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Rostock

Couleurkarte
Couleurkarte

Straßburg

Couleurkarte

Stuttgart

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte loading=

Tübingen

Couleurkarte

Wien

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Würzburg

Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte
Couleurkarte

Zürich

Couleurkarte
Couleurkarte

Deutsche Burschenschaft

Couleurkarte Deutsche Burschenschaft, 1935
Couleurkarte Deutsche Burschenschaft, 1935
Couleurkarte Deutsche Burschenschaft, 1930
Couleurkarte Deutsche Burschenschaft, 1930

Vereinigung Alter Burschenschaften

VAB Dortmund, 1909
VAB Dortmund, 1909
VAB Dortmund, 1925
VAB Dortmund, 1925
VAB Düsseldorf, 1925
VAB Düsseldorf, 1925
VAB Frankfurt am Main, 1896
VAB Frankfurt am Main, 1896
VAB Gau Kurpfalz, 1925
VAB Gau Kurpfalz, 1925
VAB Österreich, 1901
VAB Österreich, 1901
VAB Wuppertal, 1911
VAB Wuppertal, 1911

Couleurkarten vom Burschentag 1924 in Danzig

Couleurkarte 1
Couleurkarte 2

Couleurkarten mit dem Motiv des Burschenschaftsdenkmals

Couleurkarte 1
Couleurkarte 2
Couleurkarte 3
Couleurkarte 4

Diverse Couleurkarten

Couleurkarte Nr. 1 und Nr. 2: Couleurkarte mit historisierenden, an die Urburschenschaft angelehnten Motiven, nach 1925; Couleurkarte Nr. 3: Couleurkarte aus Anlass der 75-Jahr-Feier der Jenaer Burschenschaft und des Allgemeinen-Deputierten-Convents (ADC) der Burschenschaften, 1890; Couleurkarte Nr. 4: Couleurkarte aus Anlass der Kelheimer 100-Jahr-Feier des Beginns der Befreiungskriege 1813. Die Befreiungshalle in Kelheim an der Donau ließ König Ludwig I. von Bayern ab 1842 zur Erinnerung errichten.

Couleurkarte 1
Couleurkarte mit historisierenden, an die Urburschenschaft angelehnten Motiven, nach 1925
Couleurkarte 2
Couleurkarte aus Anlass der 75-Jahr-Feier der Jenaer Burschenschaft
und des Allgemeinen-Deputierten-Convents (ADC) der Burschenschaften, 1890
Couleurkarte 3
Couleurkarte mit historisierenden, an die Urburschenschaft angelehnten Motiven, nach 1925
Couleurkarte 4
Couleurkarte aus Anlass der Kelheimer 100-Jahr-Feier des Beginns der Befreiungskriege 1813.
Die Befreiungshalle in Kelheim an der Donau ließ König Ludwig I. von Bayern ab 1842 zur Erinnerung errichten.